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Ulmer Basketballer im Finale

Favoritenschreck aber nur Außenseiter gegen Bamberg

  • Von Lars Reinefeld, Neu Ulm
  • Lesedauer: 3 Min.

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Völlig erschöpft sanken die Ulmer Basketballer vor ihrer Fankurve auf den Boden. Nur mit letzter Kraft schafften es Per Günther und Co. noch, den ersten Finaleinzug seit 2012 mit den Anhängern zu feiern. Doch das Adrenalin nach dem Zitterspiel im vierten Duell mit den Skyliners aus Frankfurt setzte am Dienstag dann doch noch einmal letzte Energie für die traditionelle Sieger-Humba frei. »Ich bin mega-stolz auf die Mannschaft«, sagte Günther, der Spielmacher, der den Hauptrundensiebten mit einer erneut überragenden Leistung zum entscheidenden dritten Sieg gegen die hoch favorisierte Mannschaft aus Frankfurt geführt hatte.

Erst der Tabellenzweite der Hauptrunde Oldenburg, nun der Dritte Frankfurt - die Ulmer sind der große Favoritenschreck in den Playoffs. »Wir fühlen uns in der Außenseiterrolle sehr wohl«, sagte Trainer Thorsten Leibenath nach dem 73:72, bei dem seine Mannschaft im letzten Viertel fast noch einen 20-Punkte-Vorsprung aus der Hand gegeben hätte. Die größte Aufgabe steht ihm und seinem Team aber erst noch bevor. Im Kampf um die deutsche Meisterschaft wartet Titelverteidiger Bamberg - und die Brose Baskets sind wohl das beste Team, das die Liga in diesem Jahrzehnt gesehen hat.

»Oldenburg und Frankfurt waren Favorit, aber Bamberg ist sicher der noch viel größere Favorit«, meinte Leibenath. Der Trainer war nach einem schwachen Saisonstart mit sieben Niederlagen in den ersten neun Partien bereits in die Kritik geraten. Doch rechtzeitig zur heißen Phase der Saison hat Leibenath seine Mannschaft in die beste Verfassung gebracht. »Ich habe immer gesagt, dass wir, wenn wir es erst einmal in die Playoffs schaffen, ein Team sind, dass verdammt schwer zu schlagen sein wird«, sagte US-Profi Chris Babb.

Das sollen nun auch die bislang übermächtigen Bamberger zu spüren bekommen, die am Sonntag (15 Uhr) im ersten Spiel der Best-of-Five-Finalserie ebenso Heimrecht genießen wie in einem eventuell entscheidenden fünften Duell. Dass die Franken in dieser Saison noch nicht ein einziges Mal vor eigenem Publikum verloren haben, macht die Kräfteverhältnisse vor dem Endspiel noch deutlicher.

Die Ulmer wollen sich davon aber ebenso wenig schrecken lassen wie von den Verletzungen im Laufe der Saison. »Wenn du im Finale stehst, denkst du nicht daran, ob du müde oder verletzt bist«, sagte Leibenath. Auf die Frage, ob Bamberg überhaupt zu schlagen sei, antwortete der 41-Jährige keck: »Das sage ich ihnen, wenn wir es getan haben.«

Um gegen den Titelverteidiger bestehen zu können, müssen sich die Ulmer aber cleverer anstellen, als im Schlussviertel gegen Frankfurt. Da gaben Günther und Co. den Sieg fast noch aus der Hand und mussten bis zum letzten Wurf zittern. »Das wäre die schlimmste Niederlage meiner Karriere gewesen«, sagte Günther und zeigte sich erleichtert. »Ich bin froh, dass ich hier stehe, sonst hätte ich sechs Monate nicht geschlafen.« dpa/nd

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