Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Sieg an der Ostküste

Bei Verizon gibt es einen neuen Tarifvertrag

»Ein Sieg für arbeitende Familie im ganzen Land und eine Bestätigung der Macht der Arbeiter« - so bezeichnete Chris Shelton, Vorsitzender der US-Gewerkschaft CWA, die Einigung. 45 Tage lang streikten die 39 000 Beschäftigten des Telekommunikationsunternehmens Verizon. Seit Mittwoch sind sie wieder auf Arbeit, nachdem ein paar Tage zuvor bekannt wurde, dass sie unter Vermittlung des Arbeitsministers Thomas Perez eine vorläufige Einigung im Tarifstreit erreicht wurde.

Der neue Tarifvertrag mit einer Laufzeit von vier Jahren sieht eine Lohnerhöhung von 10,9 Prozent vor. Es gilt für die 39 000 Beschäftigte der Festnetzsparte, aber auch für 65 bislang unorganisierte Beschäftigte in zwei Läden der Mobilsparte in Brooklyn in New York und Everett in Massachusetts. Es wurde spekuliert, dass Verizon gezielt den Streik provoziert habe, um die Gewerkschaft zu brechen, ihre Ausdehnung auf die Mobilsparte zu verhindern.

Ein wichtiges Ziel des Unternehmens war es, neue Call-Center in den Philippinen und anderen Ländern aufzubauen. Dies, genauso wie eine Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen, wurde durch den Streik abgewehrt. Stattdessen wird Verizon nicht nur US-amerikanische Call-Center erhalten, sondern auch 1000 Arbeitsplätze in den nächsten Jahren schaffen.

Die Beschäftigten arbeiten für die digitale Infrastruktur des 21. Jahrhunderts - sie verlegen nicht nur Telefonleitungen aus Kupfer, sondern auch aus Glasfaserkabel. Doch sie griffen auf Methoden zurück, die schon im 19. und 20. Jahrhundert der Arbeiterbewegung dienten: Sie führten einen aktiven Streik mit Streikposten rund um die Uhr. Das Management hatte scheinbar das Durchhaltevermögen der CWA unterschätzt. Gleichwohl reklamierte es einen Erfolg für sich: Es wird die Beiträge für die Krankenversicherung kürzen und dadurch hunderte Millionen Dollar sparen. Der fertige Tarifvertrag wird in ein bis Wochen den Mitgliedern zur Abstimmung vorgelegt.

Gewerkschaftliche Organisierung im privaten Sektor der USA ist zu einem raren Phänomen geworden; ein erfolgreicher Arbeitskampf umso mehr. In einem Interview wurde ein Streikender gefragt, was an diesem Streik anders war im Vergleich zu früheren. Die Antwort: »Das Gewinnen.«

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln