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Australiens Minen boomen nicht mehr

Rohstoffriese Glencore schließt Kohleförderstätte

  • Von Barbara Barkhausen, Sydney
  • Lesedauer: 3 Min.
Glencore stellt bis 2019 den Betrieb in seiner australischen Kohlemine Tahmoor ein. Die niedrigen Rohstoffpreise erlauben keine weiteren Investitionen. 350 Menschen verlieren ihre Arbeit.

Der Schweizer Rohstoffgigant Glencore zieht die Konsequenzen aus den gefallenen Rohstoffpreisen und schließt seine Kokskohlemine Tahmoor in Australien. Die Mine war seit 1979 in Betrieb. Im vergangenen Jahr produzierten die Arbeiter dort noch 2,1 Millionen Tonnen an Kokskohle. Doch die Preise für Kohle sind in den Keller gestürzt und eine Verbesserung ist nicht in Sicht.

In einer Pressemitteilung gab die Schweizer Firma bekannt, dass Tahmoor im Bundesstaat New South Wales bis 2019 geschlossen werde. »Die Entscheidung ist aufgrund anhaltend niedriger Preise auf den globalen Kohlemärkten gefallen«, heißt es in der Erklärung. Dies bedeutete, dass der wirtschaftliche Absatz aus den Reserven in Tahmoor die nötigen Investitionen für die Förderung nicht rechtfertige.

Die Belegschaft von 350 Arbeitskräften wird über die kommenden 18 Monate schrittweise reduziert, bis die Arbeit Anfang 2019 völlig eingestellt werden soll. Glencore ist nach eigenen Angaben einer der größten Kohleproduzenten in Aus- tralien mit 13 Minenanlagen, in denen 18 Bergwerke betrieben werden. Das Schweizer Unternehmen operiert an der Ostküste des Landes, in New South Wales und Queensland und beschäftigt über 7500 Arbeiter. 2015 förderte das Unternehmen mehr als 92 Millionen Tonnen Kohle.

Erste Gewitterwolken zeigten sich schon 2014. Damals reagierte Glencore auf ein Kohleüberangebot am Markt mit einem Zwangsurlaub für seine Mitarbeiter. Über Weihnachten schloss der Konzern seine australischen Kohleminen für drei Wochen, um der gesunkenen Nachfrage für den Rohstoff entgegenzuwirken.

Glencore ist nicht das einzige internationale Unternehmen, das Rohstoffinvestitionen auf dem fünften Kontinent aufgibt. Ein weiteres prominentes Beispiel ist Brasiliens Vale-Konzern, der erst im vergangenen Jahr Schlagzeilen machte, als er eine einst auf mehrere Hundert Millionen Dollar geschätzte Mine symbolisch für gerade mal einen Dollar (0,90 Euro) verkaufte.

Der Minenboom der vergangenen Jahre, der Australien einige goldene Jahrzehnte beschert hat, ist vorüber: Asiens und vor allem Chinas Nachfrage nach Eisenerz und Kohle ist gesunken. Trotzdem steht Aus- tralien nicht schlecht da: Allein im ersten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt um 1,1 Prozent zum Vorquartal an, im Vergleich zu vielen anderen Industrienationen ein gesundes Wachstum.

Premierminister Malcolm Turnbull hatte bereits im Dezember verkündet, dass er ein neues Zeitalter einläuten möchte, indem er vom Minen- auf den sogenannten Ideenboom umschwenke. Eine Milliarde australische Dollar (650 Millionen Euro) will er deswegen in den kommenden vier Jahren in Forschung, Entwicklung und Innovation investieren.

Investoren, die frühzeitig Geld in Jungunternehmen stecken, will er zudem steuerlich belohnen. »Unsere Innovationsagenda wird eine moderne, dynamische Wirtschaft im 21. Jahrhundert kreieren, die Australien braucht«, sagte er vor Reportern im Dezember. »Anders als der Minenboom ist es ein Boom, der für immer weitergehen kann.«

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