Die vielen Gegner des Feminismus

Angst vor dem »Genderwahnsinn« verbindet die Mitte mit dem rechten Rand

  • Von Josephine Schulz
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Woher kommt die Wut auf sexuelle Vielfalt? Was macht Antifeminismus so attraktiv? Und wie steht er zum Rassismus? In der Böll-Stiftung wagten Gender-Experten eine Analyse ihrer Gegner.

Feministinnen sind hart im Nehmen. Das müssen sie auch, denn der Gegenwind ist in diesem Metier seit jeher kräftig. Was sich ändert, sind die Argumente gegen Vielfalt und Gleichberechtigung. Der Soziologe Sebastian Scheele stellt fest: Waren es früher vor allem Männerallianzen, die um ihre Privilegien fürchteten, steht heute »die Familie« als gefährdetes Gut im Mittelpunkt. Die Schreckensvision lautet: »Gender-Ideologen« wollen alle Menschen zur Geschlechtslosigkeit und Homosexualität erziehen. Und das führt zur Zerstörung der Familie. So heißt es in einer Broschüre der »Besorgten Eltern«: »Letztlich verfolgt Gender das Ziel, die Entstehung des menschlichen Lebens zu verhindern durch Förderung der Homosexualität, Verhütung und Abtreibung.« Das neue Feindbild ist ein angebliches Komplott von Staat und Genderwissenschaften. Die Anti-Feministen sehen sich nicht nur als Verteidiger der Privatsphäre sondern auch als letzte Bastion der Meinu...


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