Werbung

Hunderte Ertrunkene vor Kreta?

Neues Flüchtlingsdrama im Mittelmeer / Tote auch an Libyens Küste

Berlin. Bei einem Bootsunglück südlich der griechischen Insel Kreta sind möglicherweise Hunderte Flüchtlinge ertrunken. An Bord des Kutters befanden sich vermutlich rund 700 Menschen, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Freitag in Genf mitteilte. Etwa 300 Flüchtlinge seien gerettet worden. Nach einem Bericht der griechischen Zeitung »Kathimerini« (Online) wurden bereits mehrere Leichen geborgen. 340 Menschen wurden aus den Fluten gerettet. Wie viele tatsächlich an Bord waren, blieb unklar. Die Migranten sollen aus Ägypten gestartet sein und wollten nach Italien, hieß es.

Das Boot hatte den Angaben zufolge am Donnerstagnachmittag einen Notruf abgesetzt. Die griechische Seenotrettung habe daraufhin vier in der Umgebung befindliche Schiffe an den Unglücksort beordert. Am Freitagmorgen sei der Kutter gekentert. Nach der Schließung der Griechenland-Route über die der Türkei vorgelagerten Inseln Lesbos, Samos, Chios und Kos versuchen Flüchtlinge verstärkt, von Kreta aus Italien zu erreichen.

Unterdessen sind an der libyschen Küste mehr als hundert tote Flüchtlinge gefunden worden. Wie die Marine des nordafrikanischen Landes am Freitag mitteilte, wurden bis Donnerstagabend 104 Leichen an den Stränden von Suara rund 160 Kilometer westlich der Hauptstadt Tripolis angespült. Die Marine geht nach Angaben eines Sprechers davon aus, dass noch mehr Leichen gefunden werden.

Vorige Woche waren im südlichen Mittelmeer drei Flüchtlingsboote gesunken. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR geht davon aus, dass Hunderte ertranken. Sie hatten nach Angaben von Überlebenden in drei Booten Libyens Küste verlassen, um nach Italien zu gelangen. Alle Boote sanken. Ob es sich bei den angespülten Leichen um Opfer dieser Unglücke handelt, war zunächst unklar. Agenturen/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln