Das Wetter denkt und schlägt zurück

Dietmar Daths Roman »Leider bin ich tot«

  • Von Martin Hatzius
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Wir befinden uns nicht in Baden-Württemberg oder in Niederbayern, wo jetzt urplötzlich aufbrausende Unwetter in einer nicht vorhergesehenen Heftigkeit tobten und Menschenleben mit sich rissen. Wir befinden uns in Dietmar Daths überbordendem jüngsten Roman »Leider bin ich tot«. Irgendwo darin: zwei Menschen, die gerade zueinander finden, auf einem Berliner Supermarktparkplatz. Sommer, sengende Hitze. Und mit einem Mal tun sich die Wolken auf wie die Bombenschächte eines Luftwaffengeschwaders. Autos prallen zusammen, Hagelgeschosse zertrümmern ihre Dächer, die Temperaturen schießen nach unten, Eissturmsplitter reißen einem Hündchen eine Schnittwunde von der Nase bis zur Schnauze ...

Daths Roman ist schon deshalb geladen wie eine Gewitterwolke, weil er scheinbar alles, was diesen vielseitigen Autor beschäftigt, auf knapp 500 Seiten zusammenpresst. Es geht um Filmästhetik und Dichtung, um Terrorismus und Staatsschutz, um gute und schlechte ...

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