Japan streitet über richtige Erziehung

Ausgesetzter siebenjähriger Junge nach sechs Tagen gefunden

  • Von Susanne Steffen, Tokio
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Japan diskutiert über die Grenze zwischen Erziehung und Kindesmisshandlung. Auslöser ist der Fall eines siebenjährigen Jungen, der von seinen Eltern ausgesetzt und nach sechs Tagen gefunden wurde.

Yamato hatte bei einem Ausflug mit Steinen geworfen. Nachdem Ermahnungen wirkungslos blieben, warf der entnervte Vater den Jungen aus dem Auto, ließ ihn aber sofort wieder einsteigen. Kurz darauf befahl er ihm ein zweites Mal auszusteigen. Als die Familie nach eigenen Angaben nach nur fünf Minuten zurückkam, war der Zweitklässler spurlos verschwunden. Allein in einem Wald voller Bären. Nachdem 200 Helfer sechs Tage vergeblich nach ihm gesucht hatten, fanden Mitglieder der Selbstverteidigungskräfte den ausgehungerten Jungen in einer Hütte fünf Kilometer vom Ort entfernt, an dem er ausgesetzt wurde. Nun diskutiert das Land über die richtigen Erziehungsmethoden.

Medien zufolge befindet sich das Kind noch zur Beobachtung im Krankenhaus. Dem Jungen gehe es gut, er habe nur zwei Kilogramm abgenommen und sei geschwächt. Ansonsten habe er die Zeit im Wald zumindest körperlich unbeschadet überstanden, heiß...


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