Opferberatung kritisiert Polizei nach brutaler Gewalttat in Halle

Halle. Die Opferberatung in Sachsen-Anhalt hat nach der brutalen Attacke auf einen 24-Jährigen in Halle schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Beamte hätten die Opfer nicht ernst genommen und nicht sofort umfassend ermittelt, sagte eine Sprecherin des Beratungsbüros Süd. In der Nacht zum 4. Juni war auf der Ziegelwiese ein 24-Jähriger aus einer Gruppe heraus mit Stichen in den Oberkörper schwer verletzt worden. Laut Opferberaterin soll sich einer der bislang unbekannten Angreifer selbst als »Fascho« bezeichnet haben. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags. Das Opfer gehörte laut Beratungsstelle zu einer Gruppe von jungen Leuten, die sich »alternativ« nennen und äußerlich auch so zu erkennen waren. Auch drei Freunde des 24-Jährigen seien verletzt worden. Auslöser der Gewalttat soll der Streit um eine Zigarette gewesen sein, nach der der »Fascho« gefragt habe. Freunde und Angehörige des Opfers seien entsetzt darüber, wie unprofessionell die Polizei vor Ort agiert habe, erklärte die Opferberaterin. So seien etwa noch anwesende mögliche Tatverdächtige nicht kontrolliert worden. Später sei es außerdem zu »skandalösen Äußerungen« von Polizeibeamten gekommen. So sei auf die Frage eines Betroffenen nach Verstärkung entgegnet worden, dass sie selber schuld seien, wenn sie Parteien wählen, die für Polizeikürzungen zuständig seien. epd/nd

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