»Aktive Unterstützung« aus Moskau

Russland kündigt Eingreifen im Kampf um Rückeroberung von Aleppo an

Die syrische Armee will den Kampf um die zweitgrößte Stadt Aleppo jetzt entscheiden. Die UNO plant keine Luftbrücken mehr für belagerte syrische Städte.

Moskau. Russland hat »aktive Unterstützung« für die syrische Armee im Kampf um die Rückeroberung von Aleppo angekündigt. Russland habe die USA im Vorfeld darüber informiert, »dass wir die syrische Armee aktiv aus der Luft unterstützen werden, um Terroristen davon abzuhalten, Gelände zu erobern«, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag.

Die gemäßigte Opposition habe Zeit genug gehabt, sich zurückzuziehen, sagte Lawrow. Wer sich jetzt noch in von islamistischen Gruppen gehaltenen Gebieten in und um Aleppo aufhalte, sei »selbst schuld«.

Teile von Aleppo werden von Rebellen gehalten, andere Stadtteile stehen unter Kontrolle der syrischen Regierung. In den vergangenen Tagen gab es schwere Kämpfe in der Stadt. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden dabei am Wochenende mindestens 40 Zivilisten getötet.

Die UNO hat vorerst von ihren Plänen Abstand genommen, die Menschen in den belagerten Städten Syriens aus der Luft zu versorgen. Stattdessen hat sie am Sonntag das syrische Außenministerium erneut aufgefordert, Zugang auf dem Landweg zu allen 34 Gebieten zu gewähren, die derzeit von der Versorgung abgeschnitten seien, teilte UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Montag mit.

Zur Begründung sagte der Sprecher, der Einsatz von Lastwagen zur Versorgung der Menschen sei sicherer und effektiver als eine Luftbrücke. Sollte Damaskus der Bitte aber nicht nachkommen, seien Luftbrücken »als letzter Ausweg« immer noch möglich. AFP/nd

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