Konzept für Klimaschutz beschlossen

Angesichts der Entwicklungen der vergangenen Jahre und der wachsenden Stadt gilt der Plan als ambitioniert. Bis 2050 soll die Hauptstadt laut Senat klimaneutral werden.

Berlin soll bis zum Jahr 2050 zu einer klimaneutralen Stadt werden. Bezogen auf das Basisjahr 1990 sollen deshalb die Kohlendioxidemissionen in der Stadt um mindestens 85 Prozent reduziert werden, sagte Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) am Dienstag in der Senatspressekonferenz. Dazu hat der Senat einen von Geisel eingebrachten Entwurf für ein Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm bis 2030 beschlossen.

Mit dem Programm liege nun ein Fahrplan für die Erreichung der Berliner Klimaschutzziele vor, sagte Geisel. Geplant sind unter anderem umfassende energetische Sanierungen von Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden, der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs, die Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer und das Ende von Kohle und Öl in der Berliner Energieversorgung. Zur Umsetzung wird laut Geisel allein in den nächsten fünf Jahren mit Kosten von 110 Millionen Euro gerechnet.

So soll beispielsweise bereits bis 2020 das Kraftwerk Klingenberg von Kohle auf Gas umgestellt werden. Zudem soll die Anzahl von Photovoltaik-Anlagen auf den Berliner Dächern massiv ausgebaut werden. Hier sieht Geisel das größte Potenzial. Auch ein weiteres Windrad bekommt die Stadt, es ist von einem Privatinvestor finanziert. Dieses habe aber eher »symbolischen Charakter«, so der Umweltsenator.

Für die öffentlichen Gebäude soll bis 2019 ein Sanierungskonzept aufgestellt werden. Ziel ist eine 80-prozentige Reduzierung des Primärenergieverbrauchs bis 2050 gegenüber dem Stand von 2010, so Geisel. Allein bei den Bezirken umfasst das laut Geisel 7,9 Millionen Quadratmeter Nutzfläche. Darüber hinaus soll bis 2018 ein zentrales Energiemanagement aufgebaut werden.

Auch beim Wandel der Fahrzeugflotten will der Senat Vorreiter sein. Bis 2020 sollen zehn Prozent der Dienstfahrzeuge E-Autos sein. Allerdings bleibt der Verkehr das Sorgenkind. Seit Jahren stagniert der CO2-Anteil des Verkehrs in Berlin bei 29 Prozent. Der Senator setzt trotzdem auf Freiwilligkeit und Überzeugung, die Autofahrer für die Nutzung klimafreundlichere Verkehrsmittel zu gewinnen.

In einer Machbarkeitsstudie hatten Forscher 2014 nachgewiesen, dass das Erreichen der Klimaschutzziele in Berlin möglich ist. epd/nd

Weitere Berlin-Themen:

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung