Prozess um geprellte Gold-Anleger

Tausende verloren ihr Geld bei dubiosem Geschäft

  • Von Jutta Schütz und Anne Baum
  • Lesedauer: 2 Min.
Es sollte die große Nummer werden: Geschäfte mit Gold in Millionenhöhe sollten Anlegern Gewinne bringen. Doch daraus wurde nichts. Nun kommen die mutmaßlichen Betrüger vor Gericht.

Knapp 55 Millionen Euro sollen mutmaßliche Betrüger über vorgetäuschte Gold-Geschäfte von gutgläubigen Anlegern ergaunert haben. Sie sollen vorgegeben haben, Goldbarren zu kaufen und gewinnbringend anzulegen. Doch es gab größtenteils Dummys aus minderwertigem Material mit einem hauchdünnen Überzug des Edelmetalls. Rund 6000 Anleger sollen geprellt worden sein. Am Berliner Landgericht beginnt an diesem Donnerstag der Prozess gegen fünf Männer und eine Frau wegen Betrugs. Vier sollen als Bande agiert haben, zwei als Helfer.

Die Angeklagten im Alter von 46 bis 67 Jahren sollen die Goldgeschäfte nie realisiert haben. Das unter dem Dach der Berliner Wirtschafts- und Finanzstiftung eingesammelte Geld soll vielmehr in die eigenen Taschen - wie den Bau einer Villa im Ausland - sowie in Provisionen geflossen sein.

Laut Anklage hatten drei der Angeklagten ab Herbst 2011 extra eine Unternehmens- und Vertriebsstruktur für Anleger vermeintlich sicherer Goldanlageprodukte aufgebaut. Unter den Beschuldigten sind auch ein Rechtsanwalt sowie ein Steuerberater. Sie sollen behauptet haben, die Geschäfte seien geprüft und sicher.

Um Wirtschaftsprüfer und Anleger zu täuschen, soll einer der Angeklagten in China extra die Herstellung goldglänzender Barren in Auftrag gegeben haben - etwa 3,6 Tonnen Dummys für 309 000 Euro laut Ermittlungen. Dies sollte laut Anklage einen Wert von 122 Millionen Euro vortäuschen.

Von September 2011 bis Februar 2015 seien Kunden mit Hochglanzprospekten und durch eine Vielzahl von Vermittlern gelockt worden. Beträge zwischen 130,95 und 200 000 Euro seien angelegt worden. Bei einer groß angelegten Razzia war im Vorjahr in einer Villa im Stadtteil Zehlendorf das Falschgold beschlagnahmt worden. dpa

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