Jeder Tag ein Ereignis

Gründe, nach Paris zu reisen, gibt es derzeit viele: zum Beispiel die Henri-Rousseau-Werkschau im Musée d’Orsay

  • Von Ralf Klingsieck
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die große Ausstellung mit Werken des Malers Henri Rousseau, die derzeit im Pariser Musée d’Orsay zu sehen ist, macht deutlich, dass man dem Künstler nicht gerecht wird, wenn man ihn als »Naiven« einordnet. Sicher sind seine Figuren schablonenhaft, statisch und kindlich-farbenfroh, doch sie stehen vor einem detailgenau und perspektiv korrekt dargestellten Hintergrund. Die oft sehr willkürlichen Größenverhältnisse zeigen, was der Künstler für wichtig hält oder besonders hervorheben will. Doch vor allem die phantasievolle Motivwahl und die Einbeziehung exotischer Pflanzen und Tiere sind bezeichnend für Rousseau, der von seinen Freunden wegen seines Berufs eines Kassierers für Einfuhrsteuer an der Pariser Stadtgrenze »Zöllner« genannt wurde und mit diesem Titel in die Kunstgeschichte eingegangen ist.

»Der Zöllner Rousseau - Archaische Unschuld« lautet denn auch der Titel der Ausstellung, in der seine aus der ganzen Welt zusammengetrag...

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