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Tierische Märchenstunden

Im Schloss Friedrichsfelde lesen Freiwillige jeden ersten Sonntag im Monat Kindern vor

Isabell Springmann ist eine von 14 Ehrenamtlichen, die regelmäßig im Tierpark Berlin vorlesen. Sie koordiniert außerdem die beliebten Märchenstunden.

Gelesen hat die Kaulsdorferin Isabell Springmann schon immer gern. »Vor allem auch Märchen«, sagt sie. Inzwischen organisiert die 43-Jährige die beliebten Märchenstunden im Tierpark. Das sei jedes Mal ein besonderer Moment, wenn kleine und große Zuhörer den Raum betreten und sich auf eine spannende Zeit einlassen, sagt die ehrenamtliche Koordinatorin. Denn jede Stunde läuft anders ab: nicht nur, weil die Geschichten wechseln, sondern weil die Mädchen und Jungen so unterschiedlich reagieren. Mal sind sie mucksmäuschenstill, doch schon während der nächsten Veranstaltung brodelt der Saal - es geht ausgelassen und aufgekratzt zu. Dann erzählen die Kleinen von eigenen Erlebnissen und rutschen mit ihren Kissen ganz nah an den Lesethron heran.

Für Isabell Springmann und ihre insgesamt 14 Lesepaten ist das »genau die richtige Atmosphäre«, sagt die pädagogische Praxisforscherin, die gerade ihr Studium abgeschlossen hat. »Ganz bewusst fordern wir die Zuhörer zum Mitmachen auf, vom eintönigen Ablesen halten wir nichts«, erklärt sie. Welches Buch während einer Märchenstunde aufgeschlagen wird, entscheiden die Vorleser spontan und je nach Altersgruppe. Der Fundus, aus dem sie schöpfen, füllt inzwischen mehrere Regale und reicht von Grimms Märchen über Tiergeschichten bis zu den beliebten Trolli-Büchern.

Zu den schönsten Momenten zählt die engagierte Berlinerin solche Augenblicke, wenn die Mädchen und Jungen nach einer Stunde den Raum mit strahlenden Augen verlassen und sich bedanken. »Das macht mich glücklich«, sagt sie. Den anderen Paten - die Jüngsten studieren gerade, die Älteste feierte kürzlich ihren 83. Geburtstag - sehen das genauso.

Noch finden die Veranstaltungen meistens im Schloss Friedrichsfelde statt. Bei Festen wird manchmal auch in einem Zelt gelesen. »Wir wünschen uns seit langem eine eigene Märchenjurte, die einen festen Standort im Tierpark bekommt«, sagt Isabell Springmann.

Dass sie seit sechs Jahren ehrenamtlich im Förderverein Tierpark und Zoo mitwirkt, hat zwei Gründe: Zum einen liege ihr das Gelände in Friedrichsfelde am Herzen, zum anderen möchte sie aktiv etwas zur Bildung von Kindern beitragen. Auch ihr Mann und ihr 16-jähriger Sohn unterstützen sie in ihren Aktivitäten. Der Jugendliche ist sogar ab und zu als Scout im Tierpark unterwegs.

Und er macht beim neuesten Projekt mit, das sich »Junge Freunde der Hauptstadtzoos« nennt. Bei einem ersten Treffen vor wenigen Wochen sammelten die Zehn- bis 19-Jährigen Ideen, was sie gemeinsam angehen möchten. Das Basteln von Beschäftigungsspielzeug für Tiere gehört dazu. Und sie wollen mehr über die Geschichte des Tierparks und des Schlosses Friedrichsfelde erfahren.

Jeden ersten Sonntag im Monat, zwischen 11 und 15 Uhr, finden im Tierpark (Schloss Friedrichsfelde) die Märchenstunden statt. Die Veranstaltungen sind kostenfrei, es ist der Tierpark-Eintritt zu bezahlen.

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