Netzwerk oder Profitkonzern

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn beriet über diverse umstrittene Projekte

  • Von Hans-Gerd Öfinger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Es sollte eine »normale«, turnusmäßige Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bahn werden. Doch dann überschatteten mehrere »Baustellen« die Zusammenkunft am Mittwoch im Berliner Bahntower.

»DB-Vorstand Kefer wird seinen Vertrag nicht verlängern.« Eine dürre Pressemitteilung des Bahnkonzerns am Dienstagabend läutete die mit Spannung erwartete Aufsichtsratssitzung des bundeseigenen Konzerns ein: Volker Kefer, im DB-Vorstand für Infrastruktur, Dienstleistungen und Technik zuständig, werde für eine Verlängerung seines im September 2017 auslaufenden Arbeitsvertrages nicht zur Verfügung stehen, so die Verlautbarung. Beobachter deuten dies als Hinweis auf eine neu aufgeflammte Krise im Bahnmanagement und ein »Bauernopfer«.

Lange war der 60-jährige Kefer als möglicher Nachfolger des fünf Jahre älteren Konzernchefs Rüdiger Grube im Gespräch gewesen. Doch die in die Höhe schießenden Kosten und der um zwei Jahre verlängerte Zeitrahmen für das umstrittene Bauprojekt Stuttgart 21 (S21) sowie der anhaltend schlechte Zustand der Bahninfrastruktur wurden für ihn zum Makel, den er offenbar nicht mehr los wird. Mit Kefers Abgang könn...


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