Linke Wählerschaft demokratisiert

Strategische Frage: Mit der AfD um Nichtwähler buhlen oder als radikaler Akteur Alternativen suchen?

  • Von Tom Strohschneider
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Wann immer führende Vertreter der LINKEN zuletzt über die Lage ihrer Partei Auskunft geben mussten, stand stets eine Frage mit im Raum: Warum wandern so viele ihrer Wähler nach rechts zur AfD?

Die in bundesweiten Umfragen gemessene Zustimmung zur LINKEN liegt heute leicht über der von vor zwei Jahren und deutlich über der, die die Partei zur Gründungszeit der AfD erhielt. Es muss also irgendwoher ein Zustrom neuer Anhänger gekommen sein. Hinweise darauf, wie weit diese Veränderung der Anhängerschaft der LINKEN inzwischen reicht, gibt die neue Auflage der «Mitte»-Studie über die Verbreitung rechtsextremer Einstellungen. Der Anteil chauvinistisch und ausländerfeindlich eingestellter Personen unter der Anhängerschaft der LINKEN ist über die Jahre deutlich gesunken - in Ost wie West. 2006 hatten zum Beispiel in den «alten Ländern» noch über 28 Prozent der potenziellen LINKE-Wähler ausländerfeindliche Einstellungen, im Osten waren es sogar über 33 Prozent. Jetzt, zehn Jahre später, ist der Anteil auf nur noch etwas mehr als acht Prozent gesunken. Die Zahl derer, die alle sechs Dimensionen rechtsextremer Einstellungen in ihrem Den...


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