Werbung

Ärzte ohne Grenzen nimmt kein Geld mehr von der EU

Hilforganisation prangert unmenschliche Flüchtlingspolitik Brüssels an

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Berlin. Aus Protest gegen die Abschottungspolitik der Europäischen Union wird Ärzte ohne Grenzen keine Gelder mehr bei der EU und ihren Mitgliedstaaten beantragen. »Wir sehen in unseren Projekten jeden Tag, welches Leid die aktuelle EU-Politik verursacht«, begründet Florian Westphal, Geschäftsführer der Hilfsorganisation in Deutschland, die Entscheidung. Ärzte ohne Grenzen verzichtet damit auf Finanzierungen in Höhe von derzeit rund 50 Millionen Euro im Jahr. Man setze verstärkt auf Privatspender, heißt es.

Drei Monate nach Inkrafttreten des Flüchtlingsabkommens zwischen Brüssel und Ankara sitzen als dessen Folge mehr als 8000 Schutzsuchende auf den griechischen Inseln fest, so die Organisation in einer Mitteilung. Darunter befänden sich hunderte unbegleitete Minderjährige und viele Familien, die vor den Kriegen im Nahen und Mittleren Osten geflohen seien. Sie würden oft monatelang in überfüllten Lagern festgehalten und müssten mit der Abschiebung in die Türkei rechnen. »Der EU-Türkei-Deal ist kein Erfolg, wie die deutsche Regierung behauptet. Er versucht nur, Notleidende aus Europa fernzuhalten«, so Westphal. »Vielmehr ist er ein gefährlicher Präzedenzfall für die Politik anderer Staaten jenseits der EU. Wir sehen schon jetzt einen Dominoeffekt geschlossener Grenzen.«

Ärzte ohne Grenzen finanziert sich nach eigenen Angaben zu 92 Prozent aus Privatspenden. Der Anteil institutioneller Gelder liege bei knapp sieben Prozent. Im vergangenen Jahr erhielt die Organisation demnach 19 Millionen Euro von EU-Institutionen, 37 Millionen Euro von EU-Mitgliedstaaten und 6,8 Millionen Euro von Norwegen, von dem ebenfalls keine Gelder mehr angenommen werden. Vom Auswärtigen Amt habe Ärzte ohne Grenzen 2015 zudem 3,9 Millionen Euro für Projekte in fünf afrikanischen Ländern erhalten, heit es weiter. Für das laufen Jahr seien Finanzierungsverträge über vier Millionen Euro für Projekte in fünf Staaten in Afrika abgeschlossen worden, die noch erfüllt wurden. nd/epd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen