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Mehr legale EU-Einreisen für Afrikaner gefordert

Somalias Vizepremier beklagt »dogmatischen Ansatz« Europas bei der Migration

Für einen »kontrollierten Prozess« der Einreise nach Europa wirbt der somalische Spitzenpolitiker Omer Arteh und nennt sein eigenes Land als Beispiel.

Brüssel. Somalia hat von Europa mehr legale Einreisemöglichkeiten für Afrikaner gefordert. »Man kann Migranten nicht stoppen«, sagte der stellvertretende somalische Regierungschef Mohamed Omer Arteh in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst in Brüssel. Daher müssten Arbeitskräfte, Studenten und Touristen leichter in die EU kommen dürfen. »Wenn man diese Möglichkeit nicht eröffnet, wird es so weitergehen«, sagte Arteh mit Blick auf die gegenwärtige Flüchtlings- und Migrationskrise. Es komme nicht auf die Zahl der Ankömmlinge an, sondern auf ihren Status und ihre Rolle. Zum Beispiel lebten in manchen Golf-Staaten mehr Ausländer als Einheimische. »Sie kommen durch einen legalen Prozess, sie werden beschäftigt«, sagte er. Auch in Europa sei ein kontrollierter Prozess vorstellbar, der auf Angebot und Nachfrage aufbaue.

Artehs eigenes Land am Horn von Afrika wird seit Jahrzehnten von Kämpfen und Krisen erschüttert. Die islamistischen Al-Shabaab-Milizien kontrollieren weite Teile Somalias und verüben immer wieder blutige Anschläge. Auch dem Staat werfen Nichtregierungsorganisationen immer wieder Menschenrechtsverletzungen vor. Arteh gehört der Regierung von Omar Abdirashid Ali Sharmarke an und hat diese Woche die Europäischen Entwicklungstage besucht, eine von der EU organisierte internationale Konferenz in Brüssel.

Europa habe bei der Migration bisher einen anderen Ansatz als Afrika. »Der europäische Ansatz ist dogmatischer«, urteilte Arteh. »Wenn man den Ort wechselt, weiß jeder, dass man den Ort wechselt, und so weiter. Aber wir sind Nomaden. Und Nomaden haben nicht denselben Lebensstil wie Bauern. Sie bewegen sich von einem Ort zum anderen«, sagte er.

Somalia ist nach Artehs Worten sowohl Ursprung von Migration wie auch Transit- und Zielland. Gegenwärtig bereite sich die Regierung auf die Rückkehr von Hunderttausenden Landsleuten aus dem Flüchtlingslager Dadaab in Kenia vor, dem größten Flüchtlingslager der Welt. »Unsere Leute müssen zurückkommen«, sagte Arteh. Dies müsse aber in organisierter Art und Weise geschehen und deshalb auf zwei bis drei Jahre gestreckt erfolgen, machte er deutlich. Zuvor müssten die Al-Shabaab-Milizen in der Region Mittel-Juba geschlagen werden. epd/nd

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