Betteln im Namen Allahs

In Senegal nützen manche Koranschulen ihre armen Schüler als willkommene Einnahmenbeschaffer aus

  • Von Odile Jolys, Dakar
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Alle muslimischen Kinder in Senegal besuchen die Daaras genannten Koranschulen. Darunter gibt es jede Menge schwarze Schafe, die die Kinder ausbeuten und in unwürdigen Lebensbedingungen halten.

Meist streunen sie in kleinen Gruppen in den Straßen von Dakar, Senegals Hauptstadt. Sie können geschätzt fünf, zehn oder zwölf Jahre alt sein, selten älter und es sind nur Jungs. Ärmlich gekleidet, eine kleine Plastikschüssel oder eine leere Blechdose in der Hand, auf die sie manchmal mit einem Stock klopfen, um auf sich aufmerksam zu machen, laufen sie unermüdlich durch die Straßen von in der Früh bis spät am Abend. Sie fragen leise, aber immer wieder nach »Khalis« - Geld in Wolof, die Umgangssprache in Dakar. Zumindest wollen sie etwas zu essen bekommen. Manchmal kriegen sie auch ein Stück Seife gespendet. Freitags fällt die Ausbeute am besten aus, dann ist der heilige Tag der Woche im Islam, eine Religion, in der Barmherzigkeit zu üben eine religiöse Pflicht ist. Die Bevölkerung in Senegal ist zu über 90 Prozent muslimisch.

Die Kinder rasten selten. Sie sind immer in Bewegung, überqueren schnell die gefährlichen Hauptstraßen, ...


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