Von der Straße in die Parlamente

Nikolai Huke untersuchte die spanischen Krisenproteste. Seine Studie wird im Juli erscheinen

  • Von Florian Schmid
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Spaniens derzeitige Aufbruchstimmung von links wurzelt in den Protestbewegungen vergangener Jahre. Eine Analyse gibt nun Aufschluss über Ansätze der Selbstorganisierung und Einzug in die Parlamente.

Die Revolte der Indignados, »der Empörten«, bündelte über Jahre angestauten Missmut. Als am 15. Mai 2011 in Spanien Zigtausende Menschen auf die Straße gingen, um gegen das krisenbedingte Austeritätsregime zu demonstrieren, war aber noch nicht abzusehen, dass daraus eine Welle von Protestbewegungen entstehen würde. Als in Madrid einige Demonstranten in den Abendstunden spontan die zentrale Plaza del Sol besetzten, wurden sie brachial von prügelnden Polizeieinheiten geräumt.

»Krisenproteste in Spanien - Zwischen Selbstorganisation und Überfall auf die Institutionen«. Der Band von Nikolai Huke enthält neben einer detaillierten Übersicht der verschiedenen spanischen Protestbewegungen auch zahlreiche Statements von Aktivisten - die Interviews hat Huke über mehrere Jahre hinweg geführt.

In Folge der Proteste der Empörten kam es zu einer fast viralen Verbreitung und Verstetigung basisdemokratischer Initiativen, die weit über die Pl...

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