Brüssels Plan: Erst mal das Ergebnis abwarten

Egal, wer in Großbritannien gewinnt - die Europäische Union steht vor schwierigen Debatten und Entscheidungen

  • Von Kay Wagner, Brüssel
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Vor dem britischen Referendum scheint in der EU-Zentrale in Brüssel noch niemand wirklich einen konkreten Plan zu haben, wie es nach der Abstimmung weitergehen könnte.

Ist da was am Donnerstag? Wenn man es nicht wüsste, man würde es in Brüssel nicht unbedingt mitbekommen. »Business as usual« dominiert das Geschehen bei der EU. Die Verlängerung der Sanktionen gegen Russland, eine Plenartagung des Europaparlaments, das alles wird auch in Europas Schicksalswoche durchgezogen. Noch einmal ein paar mahnende Worte an die Briten, aber nicht wirklich drohend.

Das mag durchaus Kalkül sein, um Unsicherheit zu verbergen. Was ein Ja der Briten zum EU-Austritt ihres Landes bedeuten würde, weiß nämlich noch keiner. Auch nicht bei den EU-Spitzen. Einen solchen Austritt hat es nämlich noch nie gegeben.

Überhaupt ermöglicht erst der Lissabon-Vertrag seit Ende 2009 den freiwilligen Austritt eines EU-Mitgliedstaats aus der Union. In Artikel 50 sind die Bedingungen dafür festgelegt. Sollten die Brexit-Befürworter am Donnerstag die Mehrheit gewinnen, würde es im Normalfall noch zwei Jahre dauern, bevor der Aust...

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