Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.

Frühe Vorahnung

Am Berliner Ensemble spielen Studenten Ernst Tollers «Der entfesselte Wotan»

  • Von Volker Trauth
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Einen «Gesinnungsethiker» nannte der bedeutende Soziologe Max Weber in seiner Verteidigungsrede vor dem Münchener Schwurgericht den damals 25-jährigen Dichter Ernst Toller. Dank dieser Fürsprache wurde Toller wegen seiner politischen und militärischen Beteiligung an der Münchner Räterepublik nicht wie befürchtet zum Tode, sondern «nur» zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt. Nicht müde wurde er, bereits während der Haft vor der Gefahr zu warnen, die von Adolf Hitler ausging. Der würde zwar «auf demokratische Weise an die Macht gelangen», die aber «keinesfalls auf demokratische Weise wieder abgeben». Ein «Gesinnungsethiker» ist Toller sein Leben lang geblieben. In den Jahren der amerikanischen Emigration aber zerstörten die bestürzenden Nachrichten aus Europa, zuletzt die vom Sieg Francos in Spanien, seine Widerstandskraft. Nachdem er sich 1934 in einem schäbigen New Yorker Hotel mit dem Gürtel seines Bademantels erhängt hatte, fand man...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.