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Abstaubertor erlöst die Portugiesen

Nach einem lahmen Kick wirft Portugal Kroatien in der Verlängerung mit 1:0 raus

  • Von Elisabeth Schlammerl, Lens
  • Lesedauer: 2 Min.

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Das vielversprechende Achtelfinale Kroatien gegen Portugal bot wenig. In der weitgehend langweiligen Partie führte ein Konter drei Minuten vor Schluss der Verlängerung zu Portugals 1:0.

Für einen Moment schien es so, als ob Fernando Santos eine Geste des Trostes spenden wollte. Der portugiesische Trainer schritt über das halbe Spielfeld, genau in die Richtung, in der ein paar tief enttäuschte kroatische Spieler auf dem Rasen saßen. Aber Santos hatte in diesem Moment keinen Blick für den Gegner, sondern ließ mit eindeutigen Armbewegungen die Fans wissen, dass sie den Erfolg ruhig mit ein wenig mehr Begeisterung könnten. Der 61-Jährige schaute dabei so grimmig, als würde er sich selbst nicht so richtig freuen.

Portugals Anhänger waren auf eine harte Probe gestellt worden, ehe das 1:0 gegen Kroatien und damit der Einzug ins Viertelfinale feststand. In einem »sehr taktischen Spiel«, wie später Santos zugab, hatten sich beide Mannschaften 90 Minuten lang neutralisiert, und auch weit in die zweite Hälfte der Verlängerung hinein fehlte der Mut zum Angriff.

Erst drei Minuten vor Schluss der Verlängerung führte Portugal mit einem Konter die Entscheidung durch Ricardo Quaresma herbei. Der 116 Minuten unscheinbare Cristiano Ronaldo schafft mit dem Schuss aufs Tor, der dem Abstauber seines Kollegen vorausgegangen war, eine das bescheidene Niveau der Partie widerspiegelnde Premiere. Zuvor waren die wenigen Abschlüsse auf beiden Seiten entweder am Tor vorbei gegangen oder am Pfosten gelandet.

Dieses Duell schien aufgrund der spielerischen Qualitäten beider Teams das meistversprechende am ersten Achtelfinaltag - und verlor sich im gegenseitigen großen Respekt voreinander. »Wir haben versuchten, Druck zu machen, aber Kroatien hat uns nicht gelassen«, sagte Santos. Bei seinem Kollegen Ante Cacic klang dies ähnlich. Es war eine Partie für die zweikampfstarken Mittelfeldspieler wie den 18 Jahre alten künftigen Bayern-Profi Renato Sanches, der nach seiner Einwechslung einer der auffälligsten Akteure auf dem Platz war und von der Jury zum Spieler des Spiels gewählt wurde.

Im Gegensatz zu Kroatien hatte Portugal auch in der Vorrunde nicht zu überzeugen gewusst. »Es ist ja nett, schön zu spielen«, sagte der knorrige Santos. »Aber damit gewinnt man nicht unbedingt die großen Turniere.« Die Portugiesen hatten dies selbst einmal erfahren müssen, als sie im 2004 im EM-Finale im eigenen Land den fußballerisch limitierten, aber taktisch von Otto Rehhagel perfekt eingestellten Griechen unterlagen. Rehhagels Nachfolger bei den Hellenen war einst übrigens Fernando Santos.

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