Die AfD auf der Suche nach der rechten Identität

In Sachsen-Anhalt eskaliert der Streit um die Vernetzung der Partei mit extrem rechten Gruppierungen - Fraktionschef Poggenburg gibt seinen Rücktritt bekannt

  • Von Hans Müller
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

In Sachsen-Anhalt gibt es tiefe Verbindungen zwischen AfD und den vom Verfassungsschutz beobachteten »Identitären«. Nun muckt die Basis auf und zwingt Fraktionschef André Poggenburg zum Rücktritt.

Das Bild hätte als Cover eines düsteren Spielfilms dienen können: eine junge Frau mit roten Haaren vor altem Mauerwerk, mit steifem Blick haarscharf an der Kamera vorbeiblickend. »Melanie erstmals in Schnellroda«, so der Titel des Fotos, das aber nicht aus einer Filmproduktion stammt - sondern von »Kontrakultur Halle«, einem Ableger der rechtsextremen »Identitären Bewegung«, die so ihren Besuch beim »Institut für Staatspolitik« von Götz Kubitschek in Schnellroda dokumentierte.

Wer ist diese Melanie? Eine offizielle Antwort gibt es nicht. Die Identitären - aktionistisch orientierte Gruppen, die völkischen Nationalismus in ein hippes Gewand zu kleiden versuchen und vor allem in Österreich im Um- und Vorfeld der FPÖ in den vergangenen Jahren immer wieder mit spektakulären Aktionen auf sich aufmerksam gemacht haben - handeln zumeist im Verborgenen. Wer genau hinter dieser Bewegung steckt, ist nicht immer öffentlich bekannt. In einem B...

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