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Wer befiehlt, dass sie leidet?

»Die Luft hier: scharfgeschliffen« von Matthias Hermann beim Staatsopern-Festival »Infektion!«

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Von der Empore aus kann das Auge schweifen. Keine Nische entgeht ihm. Lackweiß die Atmosphäre, clean, Theater wie auf dem Seziertisch. Im Rücken die elektronische Apparatur. Worum geht es? Das Stück »Die Luft hier: scharfgeschliffen« hat kein Libretto, es kompiliert Textmaterial unterschiedlicher Autoren. Nicht alle musikalischen Abläufe sind genau fixiert. Spontan zu reagieren, ist möglich. Der gesamte Raum ist Bühne, darin verschmolzen das Publikum.

Exposition. Sechs Musiker beziehen in den Ecken Position: Trompeter, Klarinettist, Cellist sitzend, drei Schlagzeuger hinter ihren Batterien stehend. Beinahe siebzig Minuten über dürfen sie sich nicht vom Fleck rühren. Stille. Dame in Weiß, jung, schlank, betritt die Mitte. Der Dirigent erscheint und gibt Zeichen. Los geht’s. Die Frau irrt umher und schreibt dauernd etwas in ihr Notizbuch. Atmet, flüstert, singt bruchstückhaft. Von Angst und Verzweiflung ist sie umso mehr durchdrungen, je ...


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