Ein Arzt für alle Fälle

In einer Notunterkunft in Neukölln werden Geflüchtete medizinisch erstversorgt

  • Von Johanna Treblin
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

50 Prozent der Menschen kommen mit organischen, 50 Prozent mit psychischen Problemen in den Neuköllner Medpunkt. Fast alle haben Schlafstörungen, einige auch traumatische Fluchterfahrungen.

Lange leere Flure mit vielen Türen, eine Bank, auf der Menschen sitzen und warten, Kinder stehen auf dem Gang. Es könnte fast ein Krankenhaus sein - ein Bau der 1970er Jahre, in dem die engen Flure von grellen Halogenröhren beleuchtet werden. Doch das hier ist ein Kaufhaus - oder besser gesagt, das alte C & A-Kaufhaus auf der Neuköllner Karl-Marx-Straße. Auf drei Etagen der früheren Verkaufsfläche sind seit Dezember vergangenen Jahres Flüchtlinge untergebracht. Hohe Zwischenwände trennen Schlafräume für jeweils acht Personen.

Dahinter sind in den ehemaligen Büroräumen Unterrichtsräume für Deutschkurse eingerichtet - und eine kleine Arztpraxis. Hier praktiziert allerdings kein niedergelassener Mediziner. Stattdessen hat das städtische Vivantes Klinikum Neukölln am 9. Mai ihre Untersuchungsräume eröffnet - einen sogenannten Medpunkt. Die soll es in allen Flüchtlingsunterkünften mit mindestens 500 Bewohnern geben. Im ehemaligen C...

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