Washington verliert seinen wichtigsten Europartner

Für die »besonderen Beziehungen« mit London gibt es bald nur noch die NATO

  • Von John Dyer, Boston
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

London ist für Washington seit langem wichtigster Ansprechpartner in Europa. Über diese »spezielle Beziehung« konnten die USA auch auf die EU Einfluss nehmen. Ersatz ist nicht in Sicht.

Großbritanniens Entscheidung, sich von der Union auf dem »Kontinent« zu trennen, wie Europa auf der Insel gern genannt wird, bereitet den Diplomaten in Washington Kopfzerbrechen. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs herrschen mit London ganz »besondere Beziehungen«.

Diese leiden doppelt: Zum einen, weil ein wirtschaftlich isoliertes Großbritannien nicht nur in Europa, sondern in der Welt weniger wichtig wird. Zum anderen, weil den Amerikanern jetzt ihr Statthalter in der Europäischen Union verloren geht.

»In Zukunft werden wir nicht so viel Einfluss in Europa haben, wenn auf Putins Übergriffe, Irans Atomambitionen oder die Außen- und Sicherheitspolitik der EU reagiert werden muss. Und wir werden weniger in der Lage sein, diese USA-freundlich zu gestalten«, sagt Peter Westmacott. Bis Anfang des Jahres war er US-Botschafter in London.

Außenminister John Kerry machte zu Wochenbeginn auf dem Weg nach Brüssel und London, klar...


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