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Die erste Frau in Brüssel

Rose Gottemoeller soll Vize-Generalsekretärin der NATO werden

Bisher war die NATO-Führung ein reiner Männerklub, der sich gerade mal eine Sprecherin leistete. Mit Rose Gottemoeller wird das nun anders. Ab Oktober soll die bisherige Staatssekretärin für Rüstungskontrolle und internationale Sicherheit im State Department als erste Frau die Aufgaben als Stellvertretende Generalsekretärin übernehmen. Ihr Chef Stoltenberg rammte umgehend einen verbalen »Meilenstein« in die Presselandschaft.

Dass die größte Militärallianz der Welt jetzt femininer wird, erwartet niemand. Aber die 63-Jährige, die sich beim Brüsseler Postenschacher gegen den deutschen Botschafter in der Türkei, Martin Erdmann, durchsetzen konnte, ist als Expertin für Rüstungskontrolle und Abrüstung schon eine interessante Wahl. Und sie weiß, wie man in Moskau tickt. An der Washingtoner Georgetown University, wo Gottemoeller auch studiert hat, lehrte sie einst sowjetische Militärpolitik; Anfang der 1990er Jahre war sie als Direktorin für Russland, Ukraine und Eurasien beim Nationalen Sicherheitsrat im Weißen Haus für die Denuklearisierung in der Ukraine, Kasachstan und Belarus zuständig.

Gottemoeller, die fließend Russisch spricht und zeitweise die Moskauer Außenstelle der Carnegie-Stiftung für internationalen Frieden leitete, war in verschiedenen Abrüstungsgremien federführend vertreten und hat unter anderem den 2011 in Kraft getretenen dritten »New START«-Vertrag mit Russland zur Reduzierung strategischer Waffen ausgehandelt.

Den Republikanern in Washington gefällt ihre Ernennung gar nicht, sie kritisieren sie scharf. Im Unterschied zu ihrem Brüsseler Vorgänger und Landsmann Alexander Vershbow, der zuletzt im Namen einer »langfristigen Abschreckungspolitik« immer wieder eine verstärkte Aufrüstung gegen Russland eingefordert hat, sei sie Moskau gegenüber viel zu weich. »Trotz großer Meinungsverschiedenheiten mit Russland in der ukrainischen Frage« hat sie stets darauf gedrängt, »die pragmatische Arbeit zur Erfüllung der Abrüstungsabkommen« fortzusetzen. So könne man das strategische Gleichgewicht auch auf niedrigeren Stufen halten.

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