Werbung

Am falschen Ort geboren

Uwe Kalbe über Kindersterblichkeit und eine Schätzung von UNICEF

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Wie leicht sind Herzen zu erweichen - mit dem Bild eines ertrunkenen Jungen etwa. Die Zahl 69 Millionen weckt keine emotionalen Reaktionen. Selbst dann nicht, wenn man weiß, dass sie eine Todesschätzung des UNO-Kinderhilfswerks beschreibt. So viele Kinder, rechnet UNICEF hoch, werden bis zum Jahr 2030 weltweit sterben, weil sie arm sind. Sie sterben an vermeidbaren Krankheiten, verhungern, werden Opfer von Gewalt. 69 Millionen Geschichten, die eigentlich bewegen müssten, weil sie - jede für sich - Geschichten schreiender Ungerechtigkeit sind.

Sie werden in den meisten Fällen unerzählt bleiben. Sie werden in Familiengeschichte eingeschlossen bleiben, dem Leid von Eltern neues hinzufügen, das ist alles. Im Norden wird man irgendwann zusammenzählen und vergleichen mit der Prognose von UNICEF - gut geschätzt, die Organisation, schlecht reagiert, die Weltgemeinschaft. Es ist unwahrscheinlich, dass es umgekehrt kommt. Obwohl: Es werden auch Fortschritte gemeldet: Eine 40 Prozent höhere Chance habe ein heute geborenes Kind, seinen fünften Geburtstag zu erleben und in die Schule zu gehen. Die Welt wird besser, sicherer, lebenswerter? Wenn man am rechten Ort geboren ist, ja. In Afrika leben südlich der Sahara neun von zehn Kindern in ärgster Armut. Und neun von zehn sind sie Anwärter auf den Treck nach Europa.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen