Labour steht vor der Zerreißprobe

Labour-Chef Corbyn glaubt einen Großteil der Basis hinter sich

  • Von Sascha Zastiral, London
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Viele Labour-Abgeordnete im britischen Unterhaus haben ihrem Partei-Vorsitzenden Jeremy Corbyn das Vertrauen entzogen. Er habe zu wenig getan, um den Brexit zu verhindern, meinen seine Kritiker.

Am Mittwoch weiteten sich die Rücktrittsforderungen an Labour-Chef Jeremy Corbyn aus. Der ehemalige Vorsitzende der Partei, Ed Miliband, erklärte, er habe seit dessen Wahl zu Corbyn gestanden. Aber seine Position sei nun »unhaltbar«: »Die Frage für ihn ist, was jetzt das Richtige ist für das Land, für die Partei und für die Anliegen, die ihm wichtig sind.« Corbyn solle sein Amt niederlegen, auch wenn das »für ihn und für viele seiner Anhänger schmerzhaft« werde. Pat Glass, Schattenerziehungsministerin, erklärte, dass sie Corbyn nicht weiter zur Verfügung stehen würde. Corbyn hatte sie erst am Montag ernannt.

Nach dem Brexit-Votum der Briten war Corbyn am Wochenende unter Druck geraten, als ein Großteil seines Schattenkabinetts zurücktrat und zahlreiche führende Labour-Politiker seinen Rücktritt forderten. Am Dienstag hatte ein Großteil der Labour-Abgeordneten im Unterhaus dem 67-Jährigen das Vertrauen entzogen: 172 Abgeordnete sti...


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