Bewegung in Sachen »Colonia Dignidad«

Vor dem Besuch des Bundespräsidenten in Chile rückt die deutsche Sektensiedlung in den Fokus

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Der Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck in Chile Mitte Juli wirft seine Schatten voraus: Es gibt erste Überlegungen für einen Hilfsfonds für die Opfer der deutschen Sektensiedlung Colonia Dignidad.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat es unlängst in Berlin öffentlich eingestanden: Der Umgang mit der »Colonia Dignidad« in Chile sei »kein Ruhmesblatt in der Geschichte des Auswärtigen Amtes«. Die »Colonia Dignidad« - Siedlung der Würde - im Süden von Chile spottete ihrem Namen. Ein Ort der Gewalt, zum Beispiel von Zwangsarbeit und sexuellem Missbrauch an Kindern über fast fünf Jahrzehnte: von der Gründung der Sektensiedlung durch Paul Schäfer in den 60er Jahren bis zu seiner Festnahme in Argentinien im Jahr 2005. Und auch: Stätte von Folter und Mord an politischen Gefangenen der Pinochet-Diktatur (1973-1990).

Mit dem Regionalbeauftragten des Auswärtigen Amts für Lateinamerika und die Karibik, Dieter Lamlé, hat vergangenen Montag nun der bisher höchstrangige deutsche Diplomat der Siedlung seine Aufwartung gemacht, deren Archive der Denkmalrat in Chile erst vor wenigen Tagen zum nationalen Erbe erklärt hat...

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