… we are living in a material world

Warum wir einen linken Materialismus, der sich zwischen Ökologismus und Konsumwahn einpendelt, brauchen

  • Von Roberto J. De Lapuente
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Linker Protest gegen Rassismus, Homophobie oder rechte Alternativen ist gut und sicher notwendig. Es ist ist bloß zu wenig, wenn linker Geist sich in Gegendemonstrationen erschöpft. Die Krise der Linken ist ihr Idealismus.

Klar muss man den Anfängen wehren, gar keine Frage. Einerseits. Andererseits beschleicht einen das Gefühl, dass linker Zeitgeist heute mehr oder weniger eine Sache ist, die sich in symbolischen Protesten gegen Anschauungen richtet, die man selbst weder pflegt noch duldet. Position beziehen, nennt man das dann. Den Faschisten keinen Fußbreit. Das sind die Parolen, die pathetisch klingen, im Kern richtig sind, die mich aber ratlos zurücklassen. Wenn sich linker Geist bloß daran erschöpft, sich als Angebot einer Gegendemonstration in Szene zu setzen, dann reicht das nicht aus, um wieder politische Deutungshoheit zu erlangen. Es ist nicht grundsätzlich etwas dagegen zu sagen, gleichwohl werden ökonomische Gegenkonzepte aus dem linken Lager nicht so beseelt auf die Straße getragen, wie all diese Anti-Rechts-Initiativen. Idealistisch läuft, materialistisch hinkt es.

Ich ahne schon die Widerreden, ob ich denn die Proteste gegen das Freihandelsabkommen vergessen hätte. Oder Occupy. Trotzdem, ich werde den Eindruck nicht los, dass Linkssein für einen gewissen Teil des sich so fühlenden Publikums, ein Konzept gegen Rechte ist; sie sind, ganz vereinfacht gesagt, deswegen links, weil sie nicht rechts sein wollen. Das ist kein schlechtes Motiv, jedoch viel zu wenig. Und ferner nicht das, was ich mit einer eigentlichen Linken meine und was die Linke, wenn man es mal genauer betrachtet, auch nie gewesen ist. Das Konzept der Linken war, von Anbeginn an, als man diese Richtungsangaben entwickelte, immer ein progressives Modell, dass sich der Verteilungs- und damit Machtfragen widmete und einen wie auch immer gearteten Ausgleich finden wollte. Es war ein materialistischer Ansatz, den Marx später zu einer ökonomischen Theorie verwurstete und die le...

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, haben Sie folgende Möglichkeiten:


Haben Sie bereits ein Online- oder Kombi-Abo? Dann loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo:

Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Warum ist der Artikel so kurz?

Der Artikel ist in Wirklichkeit länger: 649 Wörter (4348 Zeichen).

Wenn Sie ein entsprechendes Abo gewählt haben, können Sie sich einloggen und den ganzen Artikel lesen. Und auch alle anderen Artikel seit 1990.

Wir stellen einen großen Teil unseres Angebots im Internet gratis zur Verfügung. Damit das finanzierbar bleibt, ist es wichtig, das viele Leute trotzdem bereit sind, für das Angebot zu bezahlen.

Alle Abo-Angebote

Foto: Zeitung, Smartphone, iPad und eine Tasse Kaffee

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.