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Schulden bei den Krankenkassen steigen

Immer mehr Selbstzahler können sich Beiträge für Krankenversicherung nicht mehr leisten / Außenstände von fast 4,5 Milliarden Euro

Berlin. Immer mehr Versicherte können sich offenbar die Beiträge für die Krankenversicherung nicht mehr leisten. Insgesamt stehen bei den Krankenkassen Beitragsschulden von 4,48 Milliarden Euro offen, das berichtet die »Rheinische Post« unter Berufung auf den Spitzenverband der Kassen. Die Schulden sind in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen: 2011 hätten sie noch gut eine Milliarde Euro betragen. Die Gründe: Offenbar steigt die Zahl der Selbstzahler, also Solo-Selbstständige mit kleinen Einkommen »oder Personen, die durchs soziale Netz gefallen und auch nicht über Hartz-IV-Bezug versichert sind«, wie es das Blatt formuliert, die den Krankenkassen die Beiträge nicht überweisen können. Auch Umzüge ins Ausland ohne Abmeldung bei der Kasse können zu Beitragsschulden führen. Wie hoch die Zahl der zahlungsunfähigen Versicherten wirklich ist, weiß aber auch das Gesundheitsministerium nicht. Auf Anfrage der Linksfraktion antwortete die Regierung lediglich, dass 2015 rund 114.000 Privatversicherte mit einem reduzierten Leistungsumfang leben müssen, der nur die Akutversorgung sicherstellt. Im so genannten Notlagentarif sind zudem rund 114.000 Menschen. Seit 2009 gibt es eine Versicherungspflicht auch für Privatversicherte. Wenn diese ihre Beiträge nicht zahlen, steht ihnen anders als den gesetzlich Versicherten aber nur ein minimaler Versicherungsschutz zu. Man beobachte die Entwicklung der Beitragsrückstände »aufmerksam«, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit Blick auf die Zahlen. Der GKV-Spitzenverband forderte laut dem Bericht, der Staat müsse jenen, die die Beiträge nicht bezahlen können, mit Steuergeld helfen. nd/Agenturen

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