Werbung

Mobile Polizei-Teams gegen rechts

Sachsen: Fahnder sollen an Szenetreffs Präsenz zeigen

Dresden. In Sachsen sind seit Anfang der Woche mobile Fahndungsgruppen gegen Rechts unterwegs. Die Teams sollen an Treffpunkten und regionalen Schwerpunkten der rechtsextremen Szene Präsenz zeigen. »Insgesamt soll der Fahndungs- und Kontrolldruck auf die Szene erhöht werden«, teilte das Operative Abwehrzentrum der Polizei (OAZ) am Mittwoch mit. Zuvor hatte die »Sächsische Zeitung« über die mobilen Fahndungsgruppen berichtet.

Die Teams aus jeweils vier bis acht Beamten gehören organisatorisch zum OAZ. Angesiedelt seien sie in Chemnitz, Dresden, Görlitz, Leipzig und Zwickau, was jeweils dem Sitz der Polizeidirektionen entspricht. Sie wurden zum 1. Juli per Erlass des Innenministeriums eingerichtet.

In erster Linie sollen sich die Teams um politisch motivierte Kriminalität von rechts kümmern. Konkret könnte das so aussehen, dass eine Fahndungsgruppe vor einer Asylbewerberunterkunft verstärkt im Einsatz ist. Durch Kontrollen und sogenannte Gefährderansprachen könnten unter Umständen Straftaten verhindert werden. Möglicherweise gelinge es durch die Präsenz aber auch, Täter auf frischer Tat zu stellen.

Trotz des Schwerpunktes auf rechtsmotivierter Kriminalität seien auch Einsätze in linken Hochburgen nicht ausgeschlossen, sagte eine OAZ-Sprecherin. Das OAZ ist in Sachsen für die Extremismusbekämpfung insgesamt zuständig.

Wie aus dem im April veröffentlichten Verfassungsschutzbericht für 2015 hervorgeht, zählt die Behörde rund 2700 Rechtsextremisten in Sachsen, von denen etwa 1300 als gewaltbereit gelten. Im Jahr zuvor wurden 2500 Rechtsextremisten gezählt, darunter 1000 Gewaltbereite. Auch das sogenannte subkulturelle Milieu der rechten Szene erhält im Freistaat Sachsen großen Zulauf. Agenturen/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln