Es gibt kein hartes Brot

Jan Böttchers Roman »Y« führt das Kriegselend mit dem Wohlstandselend zusammen

  • Von Martin Hatzius
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Es ist nicht alltäglich, dass einem beim Nachdenken über einen Roman plötzlich Songtexte einfallen, die schon länger in den hinteren Winkeln einer selten geöffneten Gedächtnisschublade verkrempelt waren. Andererseits ist es bei einem Autor wie dem 1973 in Lüneburg geborenen Jan Böttcher, der als Sänger und Texter der Berliner Jazzpop-Band Herr Nilsson bekannt geworden ist, bevor er anfing, Bücher zu schreiben, auch nicht ganz abwegig.

»Es gibt kein hartes Brot«, sang Böttcher auf dem Live-Album »Der erste eigene Wasserwerfer« um die Jahrtausendwende - »kein Brot, das ist hart«. Und weiter: »Wir sind drei Enkel von Trümmerfrau’n/ Wir haben Mutterkomplexe/ Und Großmutterkomplexe/ Wir müssen einfach immer weiter bau’n«. Anderthalb Jahrzehnte später hört sich das an wie ein Prolog zu Böttchers Roman »Y«, der als Spitzentitel im Frühjahrsprogramm des Aufbau-Verlags erschienen ist.

Das Buch, dessen Handlung zwischen Berlin und Pris...


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