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Im Land der Feuer

Martin Leidenfrost wühlte auf der Müllkippe von Neapel und hört immer noch Schnulzen auf einer verrotteten Kassette

  • Von Martin Leidenfrost
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Auch mich lockte letztlich der Müll nach Neapel. Zum Beispiel die 28 Millionen Tonnen Giftmüll, verbrannt, verbaut und vergraben von der Camorra, die den einstigen Gemüsegarten Europas in eine »terra dei fuochi« verwandelt hat, in ein »Land der Feuer«, in »brennendes Land«. Die Hauptstadt der Kampanier, deren Einkommen inzwischen hinter Polen zurückgefallen sind, erfasste mich mit erotischer, orientalisch-körperlicher Enge.

Ich suchte die höchste Konzentration von Verbrechen, Elend und Dreck und brach nach Scampia auf. Die gekippte Sozialsiedlung lieh dem Film »Gomorrha« eine apokalyptische Kulisse, und Papst Franziskus hatte hier mit Blick auf die zu 88 Prozent gläubigen Mafiosi gepredigt: »Korruption stinkt.« Mein Fahrer wies mich quer durch Neapel auf normal gewartete Mülltonnen hin. »Die Müllabfuhr funktioniert, das brennende Land liegt außerhalb, aber ich zeig dir was.« Er zeigte mir eine wilde Deponie direkt an einer Autobah...


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