Sinn und Unsinn des linken Populismus

Nach dem Brexit-Votum freuten sich Wilders, Le Pen und Höcke. Wie aber ist darauf zu reagieren?

  • Von Guido Speckmann
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Ist die Linke in Deutschland zu wenig populistisch? Stünde sie mit Oskar Lafontaine an der Spitze der Linkspartei heute besser da? Wäre gar der Aufstieg der Alternative für Deutschland (AfD) zu verhindern gewesen? Es gibt linke Publizisten, die das bejahen, und Politiker, die ab und an einen populistischen Testballon steigen lassen. Die Fremdarbeiter-Rede Lafontaines oder die Feststellung Sahra Wagenknechts nach der Kölner Silvesternacht - »Wer Gastrecht missbraucht, der hat Gastrecht dann eben auch verwirkt« - gehören dazu. So wird die Linke vielleicht populistisch, aber nicht linkspopulistisch. Das ist das Spiel mit dem fremdenfeindlichen Ressentiment, das In-Konkurrenz-Treten mit den originären Rechtspopulisten. Womit nichts gewonnen wäre. Die Annahme, dass Wähler mit rassistischen Einstellungen bei der Linken besser aufgehoben wären, gilt nur für die Partei selbst, die sich möglicherweise über bessere Wahlergebnisse freuen könnte. ...

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