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Mr. Unmöglich

PERSONALIE

  • Von Velten Schäfer
  • Lesedauer: 2 Min.

Bundesweit bekannt wurde Mike Pence im vergangenen Jahr. Der Republikaner, seit 2013 Gouverneur des US-Bundesstaats Indiana, verfügte: »Religiöse« Geschäftsbetreiber dürfen für schwul oder lesbisch erachtete Personen einfach nicht bedienen! Ein Aufschrei folgte, Firmen drohten mit Boykott. Am Ende herrschte ihn selbst die konservative Presse des Staates im »Bibelgürtel« an wie einen dummen Jungen: »Bring das jetzt in Ordnung!«, titelte etwa der »Indiana Star«.

Diesen Mann hat nun Donald Trump zu seinem Vize ausgerufen. Auch bei Republikanern dürfte das für Kopfschütteln sorgen. Denn der 1959 geborene Jurist, der als Talker in die Politik fand, ist zwar ein Hardliner, der Trump den Fundamentalisten nahebringen könnte; auch soll er ein Liebling der milliardenschweren Koch-Brüder sein, die als Finanziers wichtig werden könnten. Doch zeigte sich Pence in der Affäre um das dann zurückgefahrene »Religionsfreiheitsgesetz« als politisch erschreckend unfähig.

Obwohl kurz zuvor eine ähnliche Bestimmung in Arizona krachend gescheitert war, schien Pence vom Gegenwind ernstlich überrascht - und völlig unfähig, damit umzugehen: Mal schwänzte er seine eigene Pressekonferenz, mal stammelte er sich peinlich durch den Redezettel. Seine Popularität sank in den Keller.

Sieht so ein sturmfester und durchsetzungsstarker Mann aus, den man »einen Herzschlag von der Macht entfernt« wissen will? Schon machen sich die Liberalen über seine Bilanz her: Die populäre Fernsehjournalistin Rachel Maddow etwa rechnet vor, dass Pence zwischen 2000 und 2012 als Kongressabgeordneter nicht eine einzige Vorlage durchbrachte. Zur Lachnummer machte er sich auch, als er seine eigene Mutter dementieren musste: Die hatte vorschnell verkündet, er wolle 2012 selbst Präsident werden.

Kurzum: Mike Pence ist zumindest zum jetzigen Zeitpunkt ein eigentlich ganz und gar unmöglicher Kandidat. Doch vielleicht ist es gerade das, was bei Donald Trump den Ausschlag gegeben hat - schließlich hat man das von ihm auch immer gesagt.

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