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Professor für komplizierte Fälle

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Der kanadische Jurist Richard McLaren hat nun bereits zum zweiten Mal im Dopingsumpf Russlands ermittelt und dabei erneut grobe Verstöße der Antidoping-Regeln aufgedeckt.

Mit komplizierten Fällen kennt sich Richard McLaren bestens aus. Der angesehene Rechtsprofessor der kanadischen University of Western Ontario wurde in seiner Laufbahn immer wieder gefragt, wenn es schwierig wurde. Dabei hielt sich der Kanadier zum Gefallen seiner Partner und Auftraggeber ausnahmslos vornehm ihm Hintergrund. Stattdessen glänzte er im Kampf gegen Korruption mit präziser Arbeit, die extrem belastbare Details ans Tageslicht beförderte.

Bereits im Jahr 2007 arbeitete McLaren am Mitchell-Report mit, der ein flächendeckendes Dopingproblem in der amerikanischen Baseball-Profiliga MLB offenlegte. Zuvor war er bis 2006 unter anderem Vorsitzender des Antidoping-Tribunals der Association of Tennis Professionals (ATP), also dem männlichen Tenniszirkus, und engagierte sich im Antidopingkampf in weiteren Sportarten wie Eishockey, Cricket oder Golf.

Im Auftrag der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) war der Spezialist für Sportrecht vor Kurzem Mitglied der dreiköpfigen unabhängigen Kommission, die in der russischen Leichtathletik ein flächendeckendes Dopingsystem aufdeckte. In der Folge übernahm er auch die Verantwortung für den nun aktuellen Bericht, der Vorwürfen zu russischen Dopingvergehen bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi nachgehen sollte. Bislang gab McLaren bei seinen Untersuchungen auch oft Empfehlungen, wie mit den Ergebnissen umzugehen sei. In diesem Fall verzichtete er darauf.

McLaren hat Berufserfahrung als Wirtschaftsanwalt, Schlichter und Vermittler, arbeitet zudem für den Internationalen Sportgerichtshof CAS und war in dieser Funktion auch bei mehreren Olympischen Spielen. Als Teil der Ad-hoc-Kommissionen urteilte er in verschiedenen Fällen seit den Spielen 1998 im japanischen Nagano. Im Vorjahr erhielt McLaren den »Order of Canada«, die höchste Auszeichnung für Zivilpersonen in seinem Heimatland. SID/nd

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