Werbung

Schütze von Baton Rouge war in Irak

Schwarzer Ex-Marine ermordete drei Polizisten

  • Von Olivia Hampton, Washington
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Der Todesschütze von Baton Rouge war ein afroamerikanischer Irak-Veteran. Wie US-Medien berichteten, hatte der 29-Jährige in sozialen Netzwerken zur Gegenwehr gegen Übergriffe weißer US-Bürger auf Schwarze aufgerufen, bevor er am Sonntag in Baton Rouge im Bundesstaat Louisiana drei Polizisten erschoss. Eines der Opfer war ebenfalls schwarz.

In Baton Rouge hatte ein Polizist kürzlich den schwarzen CD-Verkäufer Alton Sterling erschossen. Nach diesem und einem ähnlichen Vorfall in St. Paul im Bundesstaat Minnesota kam es landesweit zu Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus. Bei einer Demonstration erschoss ein Schwarzer in Dallas fünf weiße Polizisten aus dem Hinterhalt. Als Motiv soll er Hass auf weiße Polizisten angegeben haben.

Bei dem Schützen vom Sonntag, der nach seiner Tat selbst erschossen wurde, handelte es sich laut übereinstimmenden Medienberichten um den Afroamerikaner Gavin Long aus Kansas City, das 1200 Kilometer nördlich von Baton Rouge liegt. Long war als Marineinfanterist 2008/09 in Irak stationiert und hatte nach seiner Rückkehr offenbar Probleme, im Alltag Fuß zu fassen. Im vorigen Jahr änderte er seinen Namen in Cosmo Ausar Setepenra und bezeichnete sich als Mitglied der Washitaw-Nation. Das ist eine Gruppe von Afroamerikanern, die angibt, ihre Vorfahren hätten als Ureinwohner in Amerika gelebt.

In den vergangenen Tagen rief Long über Twitter mit Blick auf die jüngsten Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze zu Gegenwehr auf. »Gewalt ist nicht die Antwort (es ist eine Antwort)«, schrieb er. »Wann erhebt ihr euch endlich, damit eure Leute nicht wie die Ureinwohner ausgerottet werden?« Nach eigenen Angaben reiste er kürzlich nach Dallas, dem Schauplatz des Heckenschützenangriffs auf Polizisten. Am Sonntag tötete er dann offenbar gezielt drei Polizisten in Baton Rouge und verletzte drei weitere. Einer der Verletzten ringe mit dem Tod, sagte Louisianas Polizeichef Mike Edmonson. Die Beamten waren zu einem Ort nahe dem Polizeihauptquartier gerufen worden, nachdem ein Anrufer von einem bewaffneten Mann gesprochen hatte. Augenzeugen zufolge trug der Täter schwarze Kleidung und Maske. Eines der Opfer war der schwarze Polizist Montrell Jackson. Der 32-Jährige schrieb kürzlich auf Facebook, er möge Baton Rouge. »Aber ich frage mich, ob diese Stadt mich mag. In Uniform ernte ich böse, hasserfüllte Blicke, und ohne Uniform sehen mich einige als Bedrohung an.«

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump erklärte auf Twitter, die USA seien »gespalten und außer Kontrolle«. Auf seiner Facebook-Seite sprach er von einem Versagen der Politik: »Wie viele Beamte und andere Leute müssen noch sterben, nur weil es in dem Land an Führung mangelt?« AFP

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen