München am Tag danach

Der Versuch, Unfassbares zu verstehen

  • Von Rudolf Stumberger, München
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Am Wochenende nach dem Amoklauf überwogen noch Gefühle. Doch mit Beginn der neuen Woche werden Zuständige über Schlussfolgerungen nachdenken müssen.

Der Tag danach ist ein wolkenverhangener Tag der Trauer. Am Samstagvormittag ist der Tatort des Amoklaufes am Münchner Olympia-Einkaufszentrum noch immer weiträumig von der Polizei abgesperrt, der Eingang zur U-Bahnstation ist mittlerweile zu einem Ort des Gedenkens geworden. Immer wieder kommen Menschen, um Blumen für die neun Todesopfer des 18-jährigen Amokschützen David S. niederzulegen, die hier am Freitagabend im Schnellimbiss, auf der Straße und im Einkaufszentrum erschossen wurden.

Viele Sonnenblumen liegen hier, Gerbera, Rosen, ganze Gebinde. Kerzen brennen. Dazwischen Kartons mit Aufschriften. »Ruht in Frieden, wir werden euch vermissen«, ist auf einem zu lesen. Auf einem anderen steht nur: »Warum?« Und eine Inschrift wird politisch: »In Gedenken an die Opfer. Für mich verantwortlich: Die ungerechte Spar-Innenpolitik und aggressive Außenpolitik«. Da steht aber auch: »Dank an die Münchner Polizei«. Viele junge Menschen haben sic...


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