Beiläufiges Memento mori

Notizen aus Venedig

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Gunnar Decker ist wieder in Venedig. Den vierten Teil seiner Notizen widmet er den heimlichen Herrschern der Lagunenstadt: den Rentnern. Man sieht sie meist nur am frühen Morgen und wieder am Abend.

Sehen kann man bekanntlich auf verschiedene Weise. Vorsätzlich und angestrengt beobachtend, gleichsam mit Fernrohr und Mikroskop auf der Lauer liegend. Der Prototyp eines solchen Beobachters war Ernst Jünger, geradezu unerbittlich jede Kleinigkeit dessen festhaltend, was sich da vor seinen Augen abspielte, gleich ob im Schützengraben des Ersten Weltkriegs oder in seinem Garten in Wilflingen. Das Beobachtete ist das Zielobjekt, das anvisiert wird, den Finger am Abzug. Das ist der kalte und präzise Typ Beobachter. Ein anderer Typus ist der, der sich am Gesehenen erbauen will, immer bereit, über die Schönheit der Welt ergriffen zu seufzen. Über diesen sagte Brecht seinen bekannten Satz: »Glotzt nicht so romantisch!«

Venedig sperrt sich beiden Arten des In-Augenschein-genommen-Werdens. Denn: Es beobachtet gleichsam zurück. Offenbar gibt es für die letzten Venezianer in der vom akuten Bevölkerungsschwund betroffenen Stadt nichts Ergötz...

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