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Tuvalu schlägt ökologischen Entwicklungspfad ein

Erneuerbare Energien und nachhaltiger Tourismus sollen die Pazifikinsel auf Vordermann bringen

  • Von Barbara Barkhausen, Sydney
  • Lesedauer: 3 Min.

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Tuvalu hat das kleinste Bruttoinlandsprodukt der Welt. Eine Rangliste der Weltbank führt die pazifische Inselnation an 195. Stelle aus 195 Ländern. Nun will es auf Ökotourismus setzen.

Tuvalu ist etwa auf halbem Weg zwischen Hawaii und Australien. Es ist wie eine Perlenkette, die sich auf wunderschöne Art und Weise im Südpazifik verteilt, schreibt ein Bewohner des Inselstaates auf seiner Facebookseite. Die neun Inseln, die gerade mal drei bis vier Meter über dem Meeresspiegel liegen, beherbergen immerhin über 10 000 Menschen. Tuvalu gehört zu den kleinsten Ländern der Erde und bietet auch die kleinste Volkswirtschaft der Welt.

Die winzige Nation ist auch noch nicht von den Touristenströmen erfasst. Die Tourismusbehörde führt gerade mal drei Unterkünfte auf dem Atoll Funafuti auf, das gleichzeitig auch als Hauptstadt für die Mini-Nation fungiert. Auf Funafuti ist auch die einzige Landebahn, die immerhin zweimal die Woche von Fidschi aus angeflogen wird. Doch die scheinbare Idylle täuscht. Denn die Inseln sind vom Klimawandel bedroht. Die Schäden seien vor allem in den vergangenen zehn Jahren immer deutlicher zu sehen, heißt es vonseiten des Projekts NPO Tuvalu, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, alle 10 000 Einwohner des Inselstaates zu interviewen und dokumentieren.

Die Organisatoren berichten dabei von der Insel Tepuka, auf der der Strand im vergangenen Jahrzehnt fast komplett der Erosion zum Opfer gefallen ist. Um die 20 Meter sind verschwunden, Kokosnusspalmen wurden zerstört. »Größere Überschwemmungen kommen inzwischen über zehnmal im Jahr vor«, heißt es weiter. »Obwohl die Überflutung meist nur etwa drei Stunden dauert, ist das genug Zeit, um Ernten zu zerstören und Wasser zu verseuchen.«

Die Vereinten Nationen führen Tuvalu als eines der am wenigsten entwickelten Länder der Erde auf. Dazu tragen neben der geographischen Abgelegenheit auch ein Mangel an Rohstoffen und qualifizierten Arbeitskräften bei. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt knapp 40 Milliarden Dollar (36 Milliarden Euro), damit reicht es in einer der Liste der Weltbank zu Platz 195 bei 195 Ländern.

Dass Tuvalu mit seinem geringen Bruttoinlandsprodukt überhaupt überleben kann, verdankt der Inselstaat unter anderem Entwicklungshilfen aus Japan, der EU, Australien und Neuseeland. Neuseeland nimmt zudem jedes Jahr bis zu 75 Tuvaluer bei sich auf, solange sie ein Arbeitsangebot haben.

Laut des deutschen Auswärtigen Amtes (AA) geht es den Bewohnern trotzdem nicht allzu schlecht. Ein Großteil versorgt sich durch Landwirtschaft und Fischerei selbst. Zwei Drittel der offiziell Beschäftigten sind im Staatsdienst tätig. Exportiert werden von Tuvalu aus nur das aus Kokosnüssen gewonnene Kopra, Fisch und einige Holzprodukte. Ansonsten bringen die Einnahmen aus Fischereilizenzen dem Staat Geld ein sowie der Verkauf der Internetdomäne ».tv«.

Viele Familien warten jedoch auf Geld, das ihnen Familienmitglieder aus dem Ausland überweisen. »Viele Tuvaluer heuern auf deutschen Schiffen an; während es jedoch noch vor wenigen Jahren 500 tuvaluische Seeleute in den Diensten deutscher Reedereien waren, so sind es zurzeit nur noch etwa 200«, schreibt das AA. Die Seefahrtsschule des Landes, die jährlich etwa 120 Matrosen ausbildet, wurde einst mit deutscher Unterstützung gegründet.

Trotz der widrigen Bedingungen, denen der Inselstaat gegenübersteht, will sich dort jedoch niemand unterkriegen lassen. »Wir wollen diesen Ort nicht verlassen«, sagte Paani Laupepa, ein Einwohner des Inselstaates, der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. Deswegen plant die kleine Nation inzwischen, mehr Ökotourismus ins Land zu holen und seine eigene Energiegewinnung auf erneuerbare Energien umzustellen.

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