Verhüllter Protest in der Knesset

Israelische Kulturschaffende klagen über Versuche, die Meinungsfreiheit einzuschränken

  • Von Oliver Eberhardt
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Es ist das wohl berühmteste Kunstwerk Israels: Direkt hinter dem Rednerpult im Plenarsaal des Parlaments gelegen, wurde vor dem Wandrelief »Bete für den Frieden von Jerusalem« über die Jahre hinweg viele Stunden darüber gestritten, wie jüdisch, wie rechts, wie links der Staat Israel sein soll; es wurde um Friedenspläne gerungen, und über Kriege gestritten. Doch der Künstler, der das Werk 1966 geschaffen hat, würde es nun am Liebsten abbauen oder verhüllt sehen: »Die Regierung hat die Basis der Unabhängigkeitserklärung verlassen,« sagt Dani Karavan, 86, der in Deutschland eine Reihe von Werken geschaffen hat, darunter das Mahnmal für die von den Nationalsozialisten ermordeten Sinti und Roma in Berlin.

Die Unabhängigkeitserklärung aus dem Jahr 1948 enthält unter anderem auch Regelungen für den Status von Minderheiten, das Verhältnis von Staat und Religion sowie die Meinungsfreiheit im Land, und hat Verfassungsrang. »Mein Werk soll die Abg...

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