Wenn der letzte Dorsch gefangen ist

Bestand in westlicher Ostsee droht der Zusammenbruch - Fischereitag muss Lösung finden

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Er ist der große Raubfisch - und der Brotfisch der deutschen Küstenfischer: der Dorsch. Doch jetzt steht der Bestand in der westlichen Ostsee offenbar vor dem Untergang. Große, ältere Dorsche, die besonders viel Nachwuchs produzieren, fehlten dort zuletzt fast völlig. Der Geburtsjahrgang 2015 sei daher so schwach, kritisiert WWF-Fischereiexpertin Stella Nemecky, dass es einem »Totalausfall« nahe kommt.

Das Drehbuch für das Dorsch-Drama wurde über lange Jahre von der Politik geschrieben, indem eine drastische Kürzung der Fangquote vermieden wurde. »Der Fischereidruck auf den Dorschbestand«, so WWF-Expertin Nemecky, »ist seit über zwanzig Jahren ununterbrochen zu hoch.« Das sieht man im Thünen-Institut für Ostseeforschung ähnlich. Durch diesen Kurs wollten die Agrarminister die wirtschaftlichen Folgen für die Küstenfischer mildern. Das sei verständlich, habe aber in die jetzige Sackgasse geführt.

Die erforderlichen, drastischen...


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