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Giftköderatlas soll Hunde und Kinder schützen

Tierschutzbeauftragter stellt Plattform vor, auf der verdächtige Funde gemeldet werden können

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Die Lage zwischen Hundehaltern und Hundehassern spitzt sich in Berlin immer weiter zu. Giftköder in Parks und Auslaufgebieten gefährden Tiere und Kinder. Eine Website soll helfen.

Kai Wegner, Generalsekretär der Berliner CDU und zugleich Vorsitzender der CDU in Spandau, brachte am Montagvormittag seinen Labrador Caspar mit in den Weddinger Schillerpark. Dort stellte er gemeinsam mit seinem Stellvertreter Thorsten Schatz aus Spandau, dem Landestierschutzbeauftragten Horst Spielmann und Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) den neuen »Giftköderatlas« vor.

Bereits im April 2015 gründeten Wegner und Schatz die Initiative »Giftköderalarm Berlin«. Über Facebook und Twitter warnen sie vor »Gefahrenquellen für Tiere, die absichtlich ausgelegt wurden, um es zu töten oder zu verletzen«, wie es in der Broschüre heißt.

Seit der Gründung wurden 139 geprüfte Warnmeldungen veröffentlicht, die Dunkelziffer schätzt Schatz aber weit höher ein. Die meisten Vorfälle gab es in Reinickendorf, doch auch der Weddinger Schillingpark sei ein »Schwerpunktort«, sagt Schatz. Hier wurden schon öfter Köder gefunden, die Ratten- oder Schneckengift enthielten. Inzwischen tauchen jedoch auch immer mehr Köder auf, die anstelle von Gift mit Nägeln oder Rasierklingen gespickt sind. »Der grausamen Kreativität der Hundehasser sind keine Grenzen gesetzt«, sagt Schatz, der selbst Hundebesitzer ist. Die Initiative »Giftköderalarm« ist ein ehrenamtliches Projekt, das von gerade mal vier Leuten betreut wird. Nun soll der offizielle »Giftköderatlas« Informationen bündeln und das Warnsystem verbessern. Dafür hatte sich auch der tierschutzpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Alexander Herrmann, eingesetzt. Mit Beschluss des Landeshaushalts haben CDU und SPD dem Tierschutzbeauftragten erstmals einen Etat von 100 000 Euro für den Tierschutz genehmigt.

Auf der Giftköder-Website des Tierschutzbeauftragten können sowohl die Warnungen gelesen als auch verdächtige Funde gemeldet werden. »Wir wollen die Bewohner und Hundehalter davor warnen, dass es die Köder gibt und auch Kinder gefährdet sind, sie aufzuheben«, sagt Justizsenator Heilmann. Außerdem soll auch das Strafverfahren systematisiert werden. Dazu muss derjenige, der den Fund meldet, Strafanzeige bei der Polizei erstatten und entweder den Köder als Beweisstück vorlegen oder aber einen Nachweis vom Tierarzt erbringen, dass der Hund durch einen Köder verletzt wurde.

Es sei schrecklich, dass Hundehasser eine solche kriminelle Energie entwickelten, dass sie die Hunde umbringen wollten, so der Tierschutzbeauftragte. Er appelliert deshalb auch an die Hundehalter, den Hund so zu trainieren, dass er auf den Köder nicht anspringt. In diesem Zusammenhang spricht sich Spielmann auch für die Einführung eines »Hundeführerscheins« aus.

Wegner sieht in dem Giftköderatlas, der bundesweit einmalig ist, einen ersten Schritt für ein besseres Zusammenleben zwischen Mensch und Tier. Er wünscht sich aber eine härtere Bestrafung der Täter. »Ein Hund ist sicherlich kein Mensch, aber er ist auch keine Sache«, sagt Wegner. Die Tötung eines Haustieres fällt unter Sachbeschädigung für die in der Regel eine Geldstrafe verhängt wird.

https://www.berlin.de/lb/tierschutz/service/giftkoederatlas/

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