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Jetzt »säubert« Erdogan die Wirtschaft

Kerry plant Türkei-Besuch

Ankara. Ungeachtet aller Kritik aus der EU will Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die »Säuberungen« nach dem Putschversuch in der Türkei jetzt auf die Wirtschaft ausweiten. »Die, die bis jetzt gefasst wurden, sind nur die Spitze des Eisbergs«, sagte Erdogan am Donnerstag vor den Vorsitzenden von Börsen und Handelskammern in Ankara. Die Gülen-Bewegung sei besonders stark im Wirtschaftssektor vertreten.

Erdogan rief Geschäftsleute auf, auch in diesem Bereich Gülen-Anhänger den Behörden zu melden. »Ich sage euch, das kann sogar euer Verwandter sein.« Wer die Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen finanziere, trage nicht weniger Schuld als die Putschisten selber, sagte Erdogan. Der Präsident macht Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Er forderte Banken dazu auf, die Zinsen für Immobilienkäufe auf unter zehn Prozent zu senken. »Ihr werdet daran schon nicht verlieren«, sagte er. Hohe Zinsen seien ein »Drangsal«.

Die Inflationsrate stieg im Juli auf 8,8 Prozent. Das Handelsministerium rechnet nach einem Bericht der Zeitung »Hürriyet« vom Dienstag mit wirtschaftlichen Schäden von umgerechnet mindestens 90 Milliarden Euro. Die Türkische Lira brach ein.

Nach Angaben des Innenministeriums vom Mittwoch wurden 25 917 Menschen festgenommen, gegen 13 419 Verdächtige wurde Haftbefehl erlassen. Die Reisepässe von 74 562 Personen wurden für ungültig erklärt, um ihre Flucht ins Ausland zu verhindern.

Als erster westlicher Spitzenpolitiker seit dem Putschversuch plant US-Außenminister John Kerry einen Besuch in der Türkei. Er werde Ende des Monats erwartet, berichtete der Sender CNN Türk am Donnerstag. Die türkische Regierung beklagt, dass seit der Niederschlagung des Putsches kein hochrangiger Politiker aus dem Westen in die Türkei gereist ist. Erdogan hatte dem Westen am Mittwoch vorgeworfen, sich »auf die Seite der Putschisten gestellt« zu haben. dpa/nd

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