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Behörde stoppt Mega-Staudamm im Amazonasgebiet

Erfolg für Umweltschützer und Indigene in Brasilien: Gigantisches Wasserkraftwerk darf nicht gebaut werden

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Berlin. Das größte geplante Infrastrukturprojekt Brasiliens, ein ebenso gigantisches wie umstrittenes Wasserkraftwerk im Amazonasgebiet, darf nicht verwirklicht werden. Die Umweltbehörde Ibama verweigerte die für den Bau am Tapajós-Fluss im Bundesstaat Pará notwendige Umweltlizenz, wie am Donnerstagabend bekannt wurde. Geplant war dort ein Mega-Staudamm über 7,6 Kilometer Länge, das Wasserkraftwerk sollte über 8000 Megawatt Leistung haben, das entspricht sechs Atomkraftwerken.

Der indigene Stamm der Munduruku und die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatten gemeinsam gegen das von der Regierung geplante Projekt mobil gemacht. Es hätte mit einem Wasserbecken, das fast die Größe New Yorks gehabt hätte, die Lebensgrundlagen der Munduruku zerstören können.

Zudem drohten hier große Gebiete des Regenwaldes dem Energie-Projekt zum Opfer fallen. Der geplante Staudamm São Luiz do Tapajós markiere einen der neuen Konflikte über die Zukunft des Amazonas-Regenwaldes, kritisierte Greenpeace. Statt auf Wind und Sonne als Energiequelle zu setzen, baue die Regierung in einer der artenreichsten Gegenden die Wasserkraft weiter aus - der Anteil am Energiemix liegt heute schon bei rund 70 Prozent.

Es hatte auch Proteste gegen den Siemens-Konzern gegeben, der die Turbinen liefern sollte. Greenpeace begrüßte die Entscheidung. «In den letzten Monaten hätten sich über 1,2 Millionen Menschen auf der ganzen Welt gegen das Megaprojejt ausgesprochen. »Das ist ein großer Sieg für die Munduruku, die in der Tapajós-Region leben und deren Traditionen und Rechte durch den Damm massiv bedroht waren. Und für alle, die sich um den Schutz des Amazonas-Regenwalds kümmern«, sagte Danicley Aguiar von Greenpeace Brasilien. Möglich ist, dass das für den Bau zuständige Unternehmen Eletrobras einen neuen Antrag mit einer Änderung der Baupläne stellt.

Das Projekt ähnelte dem bisher größten, realisierten Vorhaben, dem sich im Bau befindlichen Wasserkraftwerk Belo Monte im Norden des Amazonasgebiets - es soll nach der bis 2019 geplanten Fertigstellung eine Leistung von 11 233 Megawatt haben und bis zu 60 Millionen mit Energie versorgen - auch hier gibt es viel Kritik und Widerstand. Agenturen/nd

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