Erster Anschlag mit Verletzten

Sechs Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in Buch erlitten Rauchvergiftungen

  • Von Johanna Treblin
  • Lesedauer: 3 Min.

Was soll das hier?

Sei auch du solidarisch und unterstütze linken Journalismus mit einem freiwilligem Abo, einer Spende - oder noch besser entscheide dich für ein Digitalabo.

  • Wählen Sie ein Abo:

    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

    Ich habe bezahlt.

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Minimum 5 Euro/Monat

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login

    Passwort vergessen?

  • Jetzt nicht ...
Der Brand in einem Flüchtlingsheim in Pankow wurde am frühen Montagmorgen entdeckt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

In einer Flüchtlingsunterkunft im Pankower Stadtviertel Buch hat es am frühen Montagmorgen gebrannt. Rund 180 Menschen wurden evakuiert, sechs Bewohner erlitten leichte Rauchvergiftungen und wurden vor Ort behandelt. Die Polizei geht von einer Brandstiftung aus. Da der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen hat, wird ein politisch motivierter Anschlag zumindest nicht ausgeschlossen. Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, dann wäre es zwar nicht der erste rechte Anschlag auf ein bewohntes Flüchtlingsheim in der jüngeren Zeit, aber der erste, bei dem Menschen zu Schaden kamen.

Zunächst sollen Einrichtungsgegenstände im Erdgeschoss des Containerbaus in der Groscurthstraße gebrannt haben. Die Flammen griffen auf Wohnungen im ersten und zweiten Obergeschoss über. Die Bewohner wurden rechtzeitig evakuiert, bevor Schlimmeres passieren konnte. Den Rest der Nacht mussten sie im Freien verbringen. »Wir versuchen nun, Unterkünfte im Bezirk für sie zu finden«, sagte Manfred Nowak, Sprecher des Betreibers der Unterkunft, AWO-Mitte, dem »nd«, der sich am Montagmittag vor Ort selbst ein Bild der Lage machte.

Die Straßen rund um die Gemeinschaftsunterkunft in der Groscurth- straße sind mit NPD-Plakaten gesäumt. Seit ihrer Eröffnung 2014 war die Unterkunft immer wieder Ziel von rassistischer Hetze. Gegen die Eröffnung demonstrierten mehrfach die NPD und die Bürgerinitiative »Pankow Lebenswert«. In der Facebook-Gruppe »Kein Asylanten-Container-Dorf in Buch« wird seitdem regelmäßig gegen den Bau von Flüchtlingsunterkünften, gegen Geflüchtete selbst und die Politik der Bundesregierung gehetzt. In Kommentaren unter verlinkten Artikeln zum Brand in Buch spekulieren die einen, die Bewohner hätten das Feuer selbst gelegt, um in bessere Unterkünfte verlegt zu werden. Andere wiederum hätten sich gewünscht, das Heim wäre komplett abgebrannt, damit die Menschen ein neues Zuhause bekommen hätten. »Und hoffentlich nicht wieder in Buch!« Zur Meldung des »Berliner Kuriers«, ein Wachmann habe einen Menschen einen Molotowcocktail durch ein Fenster werfen gesehen, heißt es auf Facebook, der Wachmann behaupte das nur, um davon abzulenken, dass er seinen Job nicht gemacht habe.

Die Polizei ermittelt in alle Richtungen, wie Sprecher Thomas Neuendorf dem »nd« sagt. »Wir können nicht genau sagen, was die Motivation für die vorsätzlich gelegte Brandstiftung war.«

Ausgehend von einem rechten Brandanschlag verurteilten die sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elke Breitenbach, und der integrationspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer-Michael Lehmann, in einer gemeinsamen Erklärung die Tat. »Wir sind erschüttert darüber, dass die Täter es bewusst in Kauf genommen haben, dass Bewohner des AWO-Refugiums verletzt oder getötet werden. Wir sind erleichtert, dass niemand ernsthaft zu Schaden gekommen ist.« Breitenbach und Lehmann forderten, die näheren Umstände schnellstmöglich aufzuklären und die Brandstifter zur Rechenschaft zu ziehen.

Zuletzt war im April 2014 ein rechter Brandanschlag auf eine bewohnte Flüchtlingsunterkunft verübt worden. Zwei Männer hatten in Köpenick eine Tür zu einer Unterkunft angezündet. Der Brand erlosch von selbst, verletzt wurde niemand. Die Männer wurden gefasst.

ndTrend
Werbung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Schenken Sie schon, oder rätseln Sie noch?

Jetzt aber schnell!

Schenken was wirklich Freude macht. Für diejenigen, die schon alles haben, oder auf kapitalistischen Überfluss verzichten wollen.

Jetzt bestellen oder verschenken