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Mellowpark bleibt olympiatauglich

Nutzungsvertrag für Skater- und BMX-Paradies am Ufer der Spree verlängert

Die Zukunft der BMX- und Skateboardanlage Mellowpark in Köpenick ist gesichert. Der Nutzungsvertrag wurde bis 2035 verlängert.

Skatepark, Mini-Rampen, Basketballcourt und Beachvolleyballfeld. Auf dem Gelände im Bezirk Treptow-Köpenick steht auch Deutschlands einzige BMX-Supercross-Strecke mit internationalem Format. Bei der Olympiabewerbung Berlins war der Mellowpark als Austragungsstätte für Wettbewerbe von Radakrobaten vorgesehen.

Jetzt ist die Zukunft des Parks gesichert. Der Bezirk hat nach einer Zitterpartie den Nutzungsvertrag bis zum Jahr 2035 verlängert. »Wir sind sehr froh über diese Entscheidung und sehen das als eine große Chance, weiterzumachen und unser Projekt auszubauen«, sagt Mathias Ulbrich vom Verein Mellowpark. Gemeinsam mit »alleins«, dem zweiten Betreiberverein, wird das besondere Jugend-, Kultur- und Sportprojekt seit vielen Jahren mit Leben erfüllt.

Angefangen hatte alles 1994 mit einem Jugendklub. Damals verwirklichten sich junge Kreative auf einem alten Fabrikareal an der Friedrichs-hagener Straße. Ab 2000 bauten sie Rampen und einen BMX-Parcours und zogen Radsportler aus der ganzen Stadt an. Doch 2008 kam der Absturz: der Mietvertrag wurde gekündigt und die lange Suche nach einem neuen, passenden Grundstück begann. 2010 siedelte der Bezirk Treptow-Köpenick schließlich den Mellowpark auf das Gelände An der Wuhlheide 250-270 um. Dort stand von Anfang an noch mehr Platz für noch mehr unterschiedliche Sportanlagen zur Verfügung. Auch mit Hilfe privater Sponsoren entwickelte sich ein bundesweit angesehenes BMX-Paradies. Anfang Juli fand auf dem rund 63 000 Quadratmeter großen Areal am Ufer der Spree die Deutsche BMX-Race-Meisterschaft statt.

Aber auf dem Gelände trainieren nicht nur Leistungssportler sondern auch Hobbyradler - pro Woche bis zu 400. »Unser Projekt bestand von Anfang an aus Sport und Jugendarbeit, das soll auch so bleiben«, sagt Mathias Ulbrich.

Nach der Verlängerung des Nutzungsvertrages soll bald ein Bebauungsplanverfahren starten. Geplant ist eine Halle, in der Radler und Skater auch im Winter trainieren können. Entstehen soll ein Jugend- und Sportzentrum mit Café und Klubbetrieb und Platz für Musiker-Übungsräume. Angedacht ist zudem eine Tischlerei, in der sich die Azubis auch um die Holzbahnen der Radler kümmern könnten.

Beinahe hätten diese Pläne nicht umgesetzt werden können. Denn der Fußballzweitligist 1. FC Union hatte ein Auge auf das Grundstück geworfen (»nd« berichtete), um in unmittelbarer Nähe zu seinem Stadion ein Nachwuchsleistungszentrum einzurichten. Lange wurde in der Bezirksverordnetenversammlung darüber diskutiert. Ende 2015 schließlich wurde mit Zweidrittelmehrheit zugunsten der Radler abgestimmt.

»Für mich stand von Anfang an fest, dieses beeindruckende Jugendarbeit- und Sportprojekt muss auf diesem Gelände bleiben, sonst zerstören wir es«, sagt Sportstadtrat Michael Vogel (CDU). Gemeinsam mit Jugendstadtrat Michael Grunst (LINKE) ziehe er in dieser Angelegenheit an einem Strang. »Wir haben uns gegen andere Nutzungsinteressen auf dem Areal durchgesetzt, weil der Mellowpark ein bundesweites Vorzeigeprojekt für zivilgesellschaftliches Engagement, nutzerbestimmte Stadtentwicklung und innovative Jugendarbeit ist«, sagt der Linkspolitiker. Die Suche nach einer geeigneten Fläche für den 1. FC Union ist indes »so gut wie abgeschlossen«, sagt Sportstadtrat Vogel. Man favorisiere ein Grundstück. Mehr wolle er dazu momentan nicht öffentlich sagen. Er geht davon aus, dass auf jeden Fall in diesem Jahr eine Entscheidung dazu fällt.

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