Seit 2015 mehr als 600 Abschiebungen kurzfristig gestoppt

Laut Zeitungsbericht viele Abbrüche, weil sich sowohl Piloten, Fluglinien als auch abgelehnte Asylsuchende wehrten

Berlin. Seit Anfang 2015 sind nach einem Medienbericht mehr als 600 Abschiebungen per Flugzeug aus Deutschland im letzten Moment gestoppt worden. Das geschah in mehr als 330 Fällen, weil sich die Betroffenen wehrten, wie die »Bild«-Zeitung (Donnerstag) unter Berufung auf das Bundesinnenministerium berichtete. Demnach weigerten sich zudem 160 Mal Fluglinien oder Piloten, die abgelehnten Asylsuchenden mitzunehmen. Die mehr als 600 abgebrochenen Zwangsrückführungen ereigneten sich im Zeitraum zwischen Anfang vergangenen Jahres und Ende Juni 2016.

Am häufigsten stoppten den Angaben zufolge Menschen aus den afrikanischen Ländern Eritrea und Gambia durch Widerstand ihre Abschiebungen (34 bzw. 33 Fälle). Es folgten Somalia, Irak, Pakistan und Kamerun (18 bis 23). Unter den weiteren Staaten waren Syrien (13) und Afghanistan (9). Das Blatt gab nicht an, wie es nach den Abbrüchen weiterging.

In Brüssel sind derweil zwei Deutsche wegen eines spontanen Aufstands gegen die Abschiebung eines schreienden Migranten nach Kamerun aus einem Flugzeug geworfen worden. Auch drei Franzosen und ein Kameruner wurden des Flugzeugs verwiesen, wie die Nachrichtenagentur Belga am Mittwoch berichtete. Der Mann wurde wie seine Unterstützer aus der Maschine gebracht, soll aber noch diese Woche mit einem anderen Flug nach Kamerun abgeschoben werden. dpa/nd

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